Es sind nicht die schweren Mühlen der Zeit, die hier mahlen. Es vergeht schlicht keine Zeit. Dieser Film ist eher wie das notdürftig beschlagene Wagenrad eines knarrenden Eselskarrens, das sich festgefahren hat in knietiefem Schlamm, der nur so zu den Seiten spritzt, während sich die bemitleidenswerten Zugtiere vergeblich gegen den Stillstand stemmen. Sie sind die einzigen in Es ist schwer ein Gott zu sein. Keine Renaissance, keine Aufklärung, keine Industrialisierung. Nur eine Art “Mittelalter” – nie war diese Epochenbezeichnung unsinniger als hier. Und so ist der Schlamm am Wegesrand nicht einfach nur Dreck, sondern ein modernder Matsch, in dem die Seuchen nur zu gut gedeihen. Matsch, vermischt mit dem Blut der Erdolchten oder notdürftig unter freiem Himmel Verarzteten und Amputierten. Matsch, vermischt mit den Ausscheidungen von Tier und Mensch. Letzterer stapft resigniert durch jämmerliche Dörfer und wüste Burgen, erdrückt unter der Last des klirrenden Kettenhemdes oder des ungeschliffenen Galgens.

Stellen Sie sich vor, Sie landen hier, als aufgeklärter, technisch versierter Mensch der Gegenwart. Nicht mit der Zeitmaschine sondern mit der Raumkapsel, denn noch hoffen wir, dass dieser fremde Planet nicht bloß unsere Vergangenheit widerspiegelt. Aber Sie sind nicht der Gott, der das sprichwörtliche Feuer bringt, sondern inkognito, passiv, zum Zuschauen verdammt im Namen der Wissenschaft, zum Wohle einer einmaligen anthropologischen Studie. Und wenn der ungewaschene Mob die zarten Blüten der Intelligenz und der Künste lyncht?

Dann erkennen Sie, wie schwer es ist, ein Gott zu sein. Diese Kontemplation des (mangelnden) Fortschritts basiert auf dem gleichnamigen Roman aus dem Jahr 1964 von Arkadi und Boris Strugazki, die zu den bedeutendsten Autoren der russischen Science-Fiction gehören. Regiesseur Alexei German breitet sie aus als Tableau des Drecks in elegischem schwarz-weiß und in monumentaler Länge.

 

 

Spieltermine: Fr., 05.02.16, 20:00 Uhr; Sa., 06.02.16, 20:00 Uhr; So., 07.02.16, 20:00 Uhr; Mo., 08.02.16, 20:00 Uhr

Russische Originalversion mit deutschen Untertiteln

FSK 16

Kartenreservierungen per Mail möglich