Buenos Aires, Anfang der 1980er Jahre. Arquímedes Puccio (Guillermo Francella) arbeitet für die Militärregierung, die bekannt dafür ist, Staatsterror zu betreiben und Menschen verschwinden zu lassen. Arquímedes kidnappt Menschen. Er hält sie in seinem Haus gefangen, verlangt Lösegeld von deren Familien, erschießt aber die Opfer nach der Zahlung. Indes genießen die Puccios mit ihren fünf Kindern in der bürgerlichen Nachbarschaft einen guten Ruf. Sie fegen penibel die Straße, sind regelmäßig in der Kirche und mit dem ältesten Sohn Alejandro (Peter Lanzani), der in der Rugby-Nationalmannschaft spielt, haben sie sogar eine Berühmtheit vorzuweisen.

Mit dem Ende der Militärdiktatur 1983 verliert der Puccio-Clan zwar seinen Auftraggeber, dennoch macht der patriarchalische Arquímedes weiter. Aus der Sicht der Mutter macht er nur, was er muss, um für die Familie zu sorgen. Alejandro hingegen kann den schizophrenen Zustand zwischen Familienidylle, Sonntagsbraten und vor Todesangst brüllenden Menschen kaum mehr ertragen. Dennoch sehnt er sich nach väterlicher Anerkennung und Nähe, was Arquímedes wiederum ausnützt, um ihn zu kontrollieren. Die Geschichte ist so bizarr, dass man kaum glauben mag, dass sie tatsächlich passiert ist. Noch heute leihen die Puccios Argentiniens schlimmstem Trauma ihr Antlitz. Die staatliche Aufarbeitung hat erst vor wenigen Jahren begonnen und so kommt es, dass der Puccio-Clan auch heute noch in den Boulevardblättern und Magazinen weit verbreitet ist.

El Clan weiß um dieses Phänomen und gräbt sich durch viele mediale und soziologische Krusten und Sinn-Angebote, ist dabei aber nicht auf der Suche nach der ultimativen Wahrheit, sondern nach einer tieferen Einsicht. Die Zeitebenen von Militärjunta und junger Demokratie wechseln beständig und vor allem die unterschiedlichen Sichtweisen von Vater und Sohn versorgen den Zuschauer mit hochgradig ambivalenten Bildern und differenziert emotionalen Momenten, wofür Pablo Trapero beim renommierten Filmfestival in Venedig als „Bester Regisseur“ mit dem Silbernen Löwen ausgezeichnet wurde.

 

 

Spieltermine: Do., 03.03.16, 21:00 Uhr; Fr., 04.03.16, 19:30 Uhr; Sa., 05.03.16, 21:45 Uhr; So., 06.03.16, 20:00 Uhr; Mo., 07.03.16, 21:45 Uhr; Di., 08.03.16, 20:00 Uhr; Do., 10.03.16, 22:00 Uhr; Fr., 11.03.16, 19:30 Uhr; Sa., 12.03.16, 21:45 Uhr; So., 13.03.16, 19:30 Uhr; Mo., 14.03.16, 19:30 Uhr, Di., 15.03.16, 21:45 Uhr

Argentinische Originalversion mit deutschen Untertiteln

FSK 16

Kartenreservierungen per Mail möglich