Der 34-jährige Louis kehrt zu seiner Familie zurück, zu der er vor etlichen Jahren den Kontakt ohne Vorwarnung abbrach. Er hat es zu viel gebracht und ist viel herumgekommen, aber das ist es nicht, was ihn heimführt. Die überraschende Rückkehr versetzt die Verwandtschaft in helle Aufregung – ein Gemisch aus Neugier und Erwartungen – der Nährboden, der die familiäre Zusammenführung in seine hochemotional-quälende Atmosphäre lenkt. Der feierliche Abend um den heimgekehrten Sohn mit Mutter und Geschwistern artet in einen Austausch von Eitelkeiten und Belanglosigkeiten aus; Vorwürfe und Kränkungen brechen los. Die tiefe Zerrissenheit der Familie ist offensichtlich. Mit fortschreitender Stunde wird es immer aussichtsloser, dass Louis seine Familie von seinem unausweichlichen Tod in Kenntnis setzen kann oder will. Die sehr bewegende und sehenswerte Inszenierung einer gescheiterten Abschiednahme.

Spannungsreiche Familiendramen sind die Spezialität des jungen und vielgefeierten Regisseurs Xavier Dolan (Ich habe meine Mutter getötet, Mommy), der die filmische Adaption des Theaterstücks von Jean-Lic Lagarce nicht nur überzeugend ins Bild setzte, sondern auch mit exquisiten Schauspielern besetzte (u. a. Marion Cotillard, Vincent Cassel und Léa Seydoux). Das ist nicht nur preisverdächtig, sondern preisgekrönt: Einfach das Ende der Welt erhielt den Großen Preis der Jury auf den diesjährigen Filmfestspielen von Cannes.

Spieltermine: Fr., 13.01.17, 19:30 Uhr | Sa., 14.01.17, 21:45 Uhr | So., 15.01.17, 19:30 Uhr | Mo., 16.01.17, 21:45 Uhr

FSK 12

Französische Originalversion mit deutschen Untertiteln

Kartenreservierungen per Mail möglich