Sergei Loznitsa beobachtet Besucher von KZ-Gedenkstätten:

„Eines der größten Mysterien solcher Orte ist die Motivation der Menschen, ihre Sommerwochenenden in ehemaligen Konzentrationslagern zu verbringen und Öfen und Krematorien anzuschauen. Um es zu verstehen, habe ich diesen Film gemacht.“

„Ob diese Form der Erinnerung, des Gedenkens, einen Sinn hat oder den Holocaust nur zu einem weiteren Punkt auf dem Besuchsprogramm macht, den es abzuhaken gilt, könnte man sich fragen. Oder ob es nicht etwas für sich hat, das so viele Menschen – und an den heißen Sommertagen, an denen Austerliz entstand, war Sachsenhausen offensichtlich geradezu überlaufen – sich mit dem Holocaust beschäftigen, in welcher Form auch immer. Aber auch, wie die Erinnerung an den Holocaust vermittelt werden kann, an ein Verbrechen, dessen Ausmaße und Perfidität so extrem ist, dass es eben oft, ja, unvorstellbar ist. Klare Antworten auf diese Fragen zu geben maßt sich Loznitsa nicht an, er beobachtet, stellt zusammen und lässt den Zuschauer selbst Schlüsse ziehen, was Austerlitz am Ende zu so einem so reichen Filmerlebnis macht.“ – Michael Meyns, Programmkino.de

Wir freuen uns am 12. Januar um 19:30 Uhr Prof. Erhard Roy Wiehn (Uni Konstanz) für eine kurze Einführung zum Thema „Erinnerungsarbeit und Erinnerungskultur“ begrüßen zu dürfen.

Erhard Roy Wiehn wurde 1937 in Saarbrücken geboren und wuchs in Kaiserslautern auf. Dort machte er eine Lehre als Feinmechaniker. Nach dem Abitur im Abendgymnasium studierte er in München, Tübingen und in den USA Soziologie, Philosophie und Psychologie. Er war Assistent bei Ralf Dahrendorf in Tübingen und an der Universität Konstanz. Von 1974 bis 2002 war er Professor im Fachbereich Geschichte und Soziologie der Universität Konstanz. Er ist unter anderem Mitbegründer und Mitglied der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, Arbeitsgemeinschaft Bodenseeregion, in der er 1974–1992 Vorsitzender war. Er ist außerdem seit den 1970er Jahren Mitglied der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Konstanz. 1991–1996 war er Kolumnist der Jüdischen Rundschau (Basel) und arbeitete in der Initiative „Stolpersteine für Konstanz – Gegen Vergessen und Intoleranz“. Neben zahlreichen Auszeichnungen wurde er 1999 mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet.
(Foto: Uni Konstanz)

 

 

Spieltermine: Do., 12.01.17, 19:30 Uhr | Fr., 13.01.17, 21:45 Uhr | Sa., 14.01.17, 19:30 Uhr | Mo., 16.01.17, 19:30 Uhr

FSK 0

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