Wozu eigentlich ein Film über „Asylanten“ in Deutschland? Wir wissen doch schon alles über sie: es sind viele, Deutschland ist ihr Traumziel, der Staat soll ihnen helfen, viele ihrer Herkunftsländer sind sicher. Aber wir wissen wenig über die Realität in den abgeschotteten Containern, Bettenlagern und Baracken. Und durch dieses Halbwissen werden die Flüchtenden zu Objekten reduziert, auf die wir unsere Ängste oder unser Mitleid projizieren; sie stellen bloße Faktoren dar, für politische Machtspiele oder für wirtschaftlichen Profit. Alle reden über sie – sie selbst aber kommen nicht zu Wort.

Ein Team um den 21-jährigen Filmemacher Cagdas Yüksel, der das Projekt mittels Crowdfunding und ehrenamtlicher Arbeit von Profis mit gerade einmal 4000 Euro Budget finanzierten konnte, hat nun versucht, dieses Missverhältnis aufzulösen. Was sind das für Menschen, wollte er wissen, was denken und fühlen sie? Er erreicht das auf eine simple und doch so selten angewendete Art: er gibt ihnen ihre eigene Stimme, und damit ihre Würde, ihren Status als Menschen zurück. Vier Geflüchtete sind es, die den Film füllen. Sie erzählen uns über sich, ihre Heimat, ihre Flucht, ihr Leben hier. Eine Stunde lang nehmen wir die Perspektive von Menschen ein, die Schreckliches erlebt und alles zurückgelassen haben. Diese Nähe berührt tief, aber Asyland ist weit mehr als Betroffenheitskino. Der Film wirft einen realistischen Blick auf den Alltag von Geflüchteten in unserem Land. Das zu erleben ist spannend, und die Konsequenz ist eindeutig: Flüchtlingshilfe kann nicht nur vom Staat kommen, sie geht uns alle an. Und die Distanz zu Flüchtlingen überwinden wir am besten, indem wir einige persönlich kennenlernen, uns vielleicht sogar mit ihnen anfreunden.

Wir zeigen Asyland als Kooperation des Zebra mit Save Me, b-welcome, Café Mondial und GemeinsamGarten. Zu jeder Vorstellung wird eine der Organisationen sich und ihre Arbeit präsentieren. Am 03.03. begrüßen wir auch einen Vertreter der Geflüchteten zum Gespräch. Der Film begleitet die lose Reihe Willkommen Kino, in der wir im März und April Filmvorstellungen speziell für Flüchtende, möglichst in deren Heimatsprache anbieten werden.

 

 

Spieltermine: Do., 03.03.16, 19:00 Uhr; Fr., 04.03.16, 21:45 Uhr; Sa., 05.03.16, 19:30 Uhr; Mo., 07.03.16, 19:30 Uhr

Deutsche Originalversion

FSK 0

Kartenreservierungen per Mail möglich

In Kooperation mit Save Me, b-welcome, Café Mondial und GemeinsamGarten

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