Je suis Charlie: Das Jahr 2015 begann mit einer Tragödie für die europäische Demokratie und fand mit drastischeren Ereignissen sein Ende: Je suis Paris. Frankreich, seine Nachbarn und Freunde sind bestürzt und fassungslos.
Zwischen den beiden Tiefschlägen entstand diese Dokumentation, die auf dem Toronto-Filmfestival Premiere feierte und einen Tribut an jene darstellt, die für eine „bestimmte Idee Frankreichs starben“. Das Vater-Sohn-Gespann Daniel und Emmanuel Leconte gehen den Ereignissen Anfang 2015 nach: den Konstellationen im Vorfeld, der Rekonstruktion der Anschläge sowie dem Umgang Frankreichs mit der ausgelösten Krise. Der Fokus liegt auf dem terroristischen Überfall auf die Redaktion des Satire-Blattes Charlie Hebdo. Aber auch die unmittelbar darauffolgenden Ermordungen einer Polizistin und jüdischer Zivilisten sind Teil der Auseinandersetzungen. 20 Menschen starben durch die Hände yemenitischer Al-Qaida-Anhänger.

Zu den Opfern zählen Frankreichs größte Karikaturisten: Cabu, Wolinski, Charb, Tignous, Honoré. Neben Interviews mit Überlebenden (Sourisseau, Portheauldes, Rey) und TV-Material kommen auch sie zu Wort, indem Ausschnitte aus Lecontes letzter Dokumentation It’s Hard Being Loved By Jerks zu sehen sind. Diese entstand 2008 anlässlich der Anklage führender Islam-Organisationen, das Magazin sei ein rassistisches Hetzblatt. Ein Vorwurf, der auch nach den Januar-Anschlägen die Debatten beglitt: Wer sich die Freiheit nimmt, derart provokativ über alles – noch so heilige – herzuziehen, ist automatisch in Gefahr, aufs äußerste abgelehnt zu werden – bis zum Totschlag? Aber dieser Film beharrt: Niemand darf für eine Meinungsäußerung sterben.

Durch die Geschichten, die von Todesangst und Trauer, Islamophobie und Fremdenfeindlichkeit, aber auch von Zivilcourage und Solidarität erzählen, ist mit Je suis Charlie ein sehr emotionales Porträt des Magazins sowie der Persönlichkeiten dahinter entstanden. Wie wir wissen, ließ sich Charlie Hebdo nicht stoppen – neue Ausgaben entstanden. Was wir leider auch wissen: so auch der Terror.

 

 

Spieltermine: Do., 07.01.16, 20:00 Uhr; Fr., 08.01.16, 21:45 Uhr; Mo., 11.01.16, 19:30 Uhr

Französische Originalversion mit deutschen Untertiteln

FSK ab 0

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