„Der ist ja noch nicht mal tot!“, staunt ein junger Besucher der Hype-Ausstellung im Londoner Victoria and Albert Museum (Insiderslang: „V&A“) zu David Bowie.

Seit 1962 macht der heute 67-jährige Musik. Sein charakteristischer Stil? Bowie nahm von allem: Beat, Proto-Punk, R&B, Philadelphia-Soul, Elektropop, Glam-Rock, Drum & Bass… Kurz bevor die Klischee-süchtigen Kritiker ihn einer Schublade zuordnen konnten, hatte er bereits den Stil gewechselt.

Der Film macht auch klar, was „Kultur-Ikone“ meint. In seinen vielen musikalischen Phasen schuf Bowie Gesamtkunstwerke aus Schauspiel, Mode, grafischer Kunst, Film. Zunächst mal verlangte er von seiner Musik, „to look like it sounds“. Während sich andere Musiker auf der Bühne mit etwas Glitzerkram kostümierten, erfand er gleich ein komplettes Alter Ego. Seine androgyne Figur „Ziggy Stardust“ von 1972 setzte sich geradezu revolutionär über die damals sehr strengen Grenzen sexueller Orientierung hinweg. 1976 konterte Bowie mit der Kunstfigur „Thin White Duke“, die, im Maßanzug distanziert und konservativ wirkend, die Linken provozieren sollte.

David Bowie hat, und das ist nicht jedem bekannt, vielen Musikerkollegen bei ihrer Karriere und in Krisen geholfen: Klaus Nomi, Lou Reed, The Stooges, Iggy Pop, Placebo und die Nine Inch Nails sind nur einige davon.

2013 überließ David Bowie zwei Kuratoren seine immense Sammlung von Memorabilien. Daraus wurde die mit 312.000 Besuchern in sieben Monaten erfolgreichste Ausstellung aller Zeiten im V&A. Bis 2016 geht sie mit über 300 Exponaten auf Welttournee.

Der Titel der Ausstellung und des Films verführt dazu, ihn zu komplettieren, und das wird auch fleißig versucht. Dabei sind das Faszinierende an der Persönlichkeit David Bowies die vielen verschwimmenden Dimensionen.

Karten können hier reserviert werden.

 

Spieltermin: 22.05. 21:45