Nicht erst seit Breaking Bad wird das Thema „Drogenkrieg an der US-amerikanisch-mexikanischen Grenze“ in der westlichen Popkultur – gerne auch reißerisch und romantisierend – behandelt. Jedoch scheint es heute auf den Schirmen präsenter denn je zu sein: Ob nun die Netflix-Serie Narcos oder große Independent-Produktionen wie Escobar: Paradies Lost oder Sicario: sie alle beschäftigen sich mit einem Konflikt, der mittlerweile schon seit über vier Jahrzehnten wütet.

Dabei fühlten sich auf beiden Seiten der Grenze viele Betroffene im Stich gelassen. Das immer brutalere Vorgehen der Kartelle sowie Ohnmacht und Korruption innerhalb der Politik haben in Mexiko und auch in den USA zur Gründung von privaten Bürgerwehren geführt, die auf eigene Faust gegen die Missstände vorgehen wollen. Ihnen schließen sich immer mehr Freiwillige an, wie der frühere Junkie und Ex-Soldat Tim „Nailer“ Foley, der bis an die Zähne bewaffnet mit Gleichgesinnten und einer gelinde gesagt diskutablen Weltanschauung das Grenzgebiet Arizonas durchstreift. Doch nicht nur die Situation auf der amerikanischen, sondern auch die auf der mexikanischen Seite wird von Regisseur Matthew Heineman in seiner Dokumentation Cartel Land anhand einer so schillernden wie streitbaren Persönlichkeit beleuchtet. So verfolgt man den Aufstieg des Arztes und Farmers José Manuel „El Doctor“ Mirele, der sich früh einer im mexikanischen Bundesstaat Michoacán gegründeten Miliz, den Autodefensas, angeschlossen hatte, zu einer der Führungsfiguren und Hoffnungsträgern im zunehmend erfolgreichen Kampf der Bürgerwehren. Dass auch Idealismus nicht vor Korruption und Machtmissbrauch schützt, muss Mirele jedoch bald am eigenen Leib erfahren, als seine Mitarbeiter allmählich die Methoden derer zu übernehmen scheinen, die sie eigentlich entmachten wollen.
Dass auch in diesem Konflikt die Grenzen zwischen Gut und Böse mittlerweile fließend sind, zeigt Cartel Land in eindrucksvollen Bildern, die noch lange in Erinnerung bleiben werden.

 

 

Spieltermine: Do., 12.11.15, 20:00 Uhr; Fr., 13.11.15, 21:45 Uhr; Sa., 14.11.15, 19:30 Uhr; Mo., 16.11.15, 19:30 Uhr

Englische Originalversion mit deutschen Untertiteln

FSK ab 12

Kartenreservierungen per Mail möglich