In den frühen 1970er-Jahren versinkt Belfast im Bürgerkrieg. Während Terris (Richard Dormer) ehemalige Freunde sich in Protestanten und Katholiken gespalten haben und bis aufs Blut verfeindet sind, will Terri hartnäckig keiner der Seiten angehören. Im Gegenteil: Der blinde Fanatismus, der ihn umgibt, bringt ihn auf eine Idee: Mitten auf der umkämpften und mittlerweile verwaisten Great-Victoria-Street will er einen Plattenladen namens Good Vibrations eröffnen. Um in seinem Laden keinen Ärger mit den verfeindeten Belfaster Lagern zu bekommen, schließt er ein Abkommen mit ihnen: Keine Übergriffe, keine Morde – dafür gibt es von Terri ein paar Platten umsonst.

Good-Vibrations_01Terri bleibt aber nicht nur Plattenverkäufer, sondern wird auch zum Musikproduzenten und Konzertveranstalter. Good Vibrations wird zum Treffpunkt der Belfaster Punkszene. Junge Punk-Bands sprießen nun wie Pilze aus dem Belfaster Boden und sehen in Terri ihre einzige Chance auf Erfolg und auf eine Plattenaufnahme. Doch Terris Herz schlägt dabei immer für musikalischen Exzess und ideelle Freiheit, nicht für finanzielle Sicherheit.

Während 1977 die ersten Punks in London bereits den Ausverkauf ihrer Subkultur propagierten, begann sich in Belfast eine ernstzunehmende Punkszene zu bilden, die die Nase voll von Bomben, Straßenschlachten und Religionskämpfen hatte. Der Verbot eines Konzerts von The Clash sollte eine der Initialzündungen dafür werden, eigene Bands zu gründen, den Mittelfinger zu erheben, um Staat, Polizei und Fanatikern ein inbrünstiges „Fuck off“ entgegenzuschreien. Die Presse warnte zu dieser Zeit vor den Gefahren der „Punk Rock Riots“. Im Verhältnis zu den täglichen politisch geprägten Ausschreitungen waren die Nordirland-Punks aber nicht ernsthaft gewaltbereit: Sie verschafften dem Frust in ihren Seelen eine Stimme durch ihre Musik.

GOOD VIBRATIONS erzählt die wahre Geschichte von Terri Hooley, der als nordirischer „Godfather of Punk“, sich mit Musik dem Nordirland-Konflikt entgegenstellte. Die Regisseure Lisa Barros D’Sa und Glenn Leyburn schufen ein filmisches Kleinod für eine musikalische Bewegung, die inmitten politischer Unruhen unbequem blühte. Mit Musik von The Undertones, Rudi, The Outcasts, The Shangri-Las, David Bowie und Suicide ist GOOD VIBRATIONS ein liebevolles Plädoyer für die Kraft der Musik und für den geistigen Widerstand.

Englisch mit deutschen Untertiteln

Fr, 9.5. 20:00 | Sa, 10.5. 22:15 | So, 11.5. 20:30 | Mo, 12.4. 22:15