Wir befinden uns im Jahre 2014 n.Chr. Ganz Deutschland erfreut sich an Frackingbohrtürmen… Ganz Deutschland? Nein! Ein aus unbeugsamen Umweltschützern bestehendes Ortsgrüppchen des BUND hört nicht auf, dem Eindringling Widerstand zu leisten.

Das Thema Fracking ist auch in Deutschland und auch am größten mitteleuropäischen Trinkwasserreservoir, dem Bodensee, hochaktuell. Von den einen als umweltfreundliche Energiealternative gepriesen, von den anderen als unkalkulierbares Risiko angeprangert, leisten sich Industrie- und Umweltverbände einen regen Schlagabtausch. Fracking hat als Leitmotiv sogar Einzug in eine Hollywood-Produktion gefunden (Gus Van Sants Promised Land). Ursprünglich wollten wir zum Thema die jüngste Dokumentation in Spielfilmlänge zeigen, GasLand Part II. Da zum Planungszeitpunkt leider noch keine Vorführungsrechte im deutschen Raum vorlagen, zeigen wir gerne den Vorgängerfilm GasLand des Regisseurs Josh Fox von 2010, der nichts an Aktualität eingebüßt hat.

GasLand ist ein für eine Dokumentation sehr dichter Film, der aus der Perspektive eines Betroffenen die technischen Grundlagen und weitreichenden Folgen des Frackings schildert, aber auch den langwierigen Kampf der modernen Davids gegen die Goliaths der Energiewirtschaft. Es ist kein neutraler Film, keine Drittprogrammsdoku, sondern ein emotional aufgeladenes Werk. Aus Josh Fox spricht eine Menge Frustration über die Verschleierungspraktiken und Verschleppungstaktiken der großen multinationalen Konzerne. Insofern darf man ihn ruhig als die Gegenrede zum schönfärberischen „Pro-Fracking-Lobbyismus“ verstehen.

Unser Kooperationspartner, der Konstanzer BUND, ist eine der aktivsten Widerstandsgruppen gegen die umstrittene Gasförderungsmethode. Wir freuen uns, zur eifrigen Diskussion nach dem Film einige mit dem Thema eng verflochtene Überraschungsgäste begrüßen zu dürfen!