Bereits mit seinem ersten abendfüllenden Spielfilm Fando Y Lis  sorgte Alejandro Jodorowsky im Jahre 1968 für Aufsehen. Oder besser gesagt für regelrechte Unruhen. Während der Weltpremiere auf dem Acapulco Film Festival gingen wutentbrannte Zuschauer aufeinander und auf den Regisseur los, sodass dieser sich gezwungen sah, in seine Limousine zu fliehen, die während der Abfahrt mit einem Steinhagel traktiert wurde.

Nach einem rekordverdächtigen Startwochenende und erneuten Krawallen in etlichen Kinosälen wurde der Film schließlich in ganz Mexiko verboten und Jodorowsky um ein Haar des Landes verwiesen.

Fando Y Lis (© Dropout Cinema / Bildstörung)

Fando Y Lis (© Dropout Cinema / Bildstörung)

Von seiner kontroversen Sprengkraft dürfte Fando Y Lis mittlerweile etwas eingebüßt haben, nicht jedoch von seiner surrealen Virtuosität. Basierend auf Jodorowskys Erinnerungen an ein Theaterstück seines Künstlerkollegen Fernando Arrabal begleitet der Zuschauer die beiden Titelfiguren Fando und dessen gelähmte Freundin Lis auf dem Weg durch eine karge Wüstenlandschaft auf der Suche nach dem magischen Königreich Tar.

Lis hofft, dass dort ihre schwere Krankheit geheilt werden kann. Unterwegs begegnen ihnen allerhand skurrile Gestalten wie ein Jazzpianist, der auf einem brennenden Klavier spielt, kichernde Sirenen auf einem Schrottplatz sowie diverse religiöse Fanatiker. Zwischen diesen Treffen werden in Rückblenden immer wieder Geschehnisse aus der Kindheit und Jugend der beiden Hauptfiguren gezeigt, deren Traum von Tar und der dortigen Wunderheilung auf ihrer zunehmend kräfteraubenden Reise allmählich in sich zusammenzubrechen droht.

Fando Y Lis mag nicht den Bekanntheitsgrad und Ruf von Jodorowskys späteren Werken haben. Doch bereits mit diesem ambitionierten Langfilmdebüt ist dem gebürtigen Chilenen ein faszinierender Trip in traumhaft-schwarz-weißen Bildern gelungen, den man so schnell nicht wieder vergisst.

Spieltermine: Fr 24.01. 19:00 | Sa 25.01. 21:30 | So 26.01. 20:00 | Mo 27.01. 19:00

Achtung: Alejandro Jodorowsky ist nichts für zarte Gemüter! FSK 18!