Olymp, Sinai, Kailash, Fuji-san, Kilimandscharo, Uluru, Mount Shasta, Ausangate, Golgota, Huang Shan, Danielsberg… Jede Kultur, jedes Land, jede Religion kennt ihren heiligen Berg. Doch nur der Alchemist kennt den einen Berg auf der Lotusinsel. Auf seinem Gipfel thronen die neuen Gelehrten, die das Geheimnis der Unsterblichkeit kennen. Doch bevor der Alchemist seine beschwerliche Reise beginnen kann, müssen Gefährten gefunden werden. Es beginnt mit einem einfachen Dieb, der, bedeckt von Insekten, erwacht. Nachdem er seiner symbolischen Kreuzigung entkommen ist, flieht er mit einem amputierten Mann und einer Prostituierten zu einem hohen Tempel. Dort trifft er, nachdem er durch einen regenbogenfarbenen Gang gekommen ist, auf den Alchemisten und unterzieht sich einer Verwandlung – und … es folgen noch die sieben mächtigen Herrscher der Planeten.

Copyright Dropout Cinema / Bildstörung

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Jodorowsky, der Regie führte, das Drehbuch schrieb und den Alchemisten spielte, visualisierte in seinem dritten Film eine Welt, die gleichzeitig von Schrecken und Prunksucht bevölkert ist, als Allegorie, Metapher, als Witz und Kritik, als nicht enden wollendes Spiel aus Verweisen. Metaphysik, Religion, Magie, Tradition, Tarot, bizarre Sexualität, sadistische Unterwerfung, ganz reale Gewalt und Tanz – alles vermischt sich und buhlt in einem mehrdeutigen surrealen Spiel um die Wahrnehmung des Zuschauers. Dabei ranken sich um Montana Sacra selbst viele Mythen. Von John Lennons Begeisterung und George Harrisons Beinahe-Rolle als Dieb, bis hin zu Experimenten mit halluzinogenen Stoffen. Ein Zen Meister, bei dem Jodorowsky eine Woche ohne Schlaf verbrachte und ein Vorfall, welcher beinahe das Leben des Regisseurs kostete – vielleicht hat diese Mythenbildung auch damit zu tun, dass Montana Sacra selbst schon oft genug als Drogentrip beschrieben worden ist: mind-fucking oder mind-opening, Erleuchtung und Ernüchterung, Surrealismus oder Realismus. Wie man es auch dreht und wendet, wo immer man nach dem Berg sucht: vor allem ist dies ein wunderschönes Werk der Filmgeschichte – you are excrement. You can change yourself into gold!

Spieltermine Do,  23.01. 20:00
Fr,   24.01. 21:30
Sa,   25.01. 19:00
Mo,  27.01. 21:30
Fr,    31.01. 21:30
Sa,    01.02. 19:00
So,    02.02. 20:00
Mo,   03.02. 21:30

Achtung, FSK 18!