Çeçi n‘est pas Nick Cave. Dieser Film soll, als Mischung aus Dokumentation und Fiktion, einen der eigensinnigsten und schroffsten Künstler der internationalen Musikbranche portraitieren. Dass es nicht ausreicht, den schmalen Mann mit der hohen Stirn beim Abwasch über die Schulter zu filmen, erläuternd, weshalb Einweghandschuhe die zarten Gitarristenfinger teils schonen, teils schänden, ist klar. Diesem Stil von knorrigem Realismus, versetzt mit Alltags-Schnöditäten, die uns berühmte Persönlichkeiten näherbringen und menschlich zeigen sollen, erteilen die Filmemacher Iain Forsyth und Jane Pollard eine klare Absage. 20000 Days On Earth soll zu einem eigenen kleinen Puzzleteil von Caves Werk werden, Wurmfortsatz des Schaffens eines Musikers, Schriftstellers, Drehbuchautors und nun auch: Schauspielers. Anderes hätte Cave auch wohl kaum mitgemacht: Cave wirkt nicht als Inhalt eines fremden Rahmens. Er setzt sich selbst auf die Erzählebene. So war es auch Cave, der die Filmemacher einlud, die Kamera auf ihn zu richten – zuerst zu Promozwecken für ein neues Album. Beim Auswachsen und Sich-Ausdehnen dieses Materials entstand ein perfekt durchkomponierter Langfilm, in dem ein Tag – der 20000. Tag – seines Lebens inszeniert wird. Dabei: Cave in der Mangel eines Psychoanalytikers („What‘s your earliest memory of a female body?“), kreative Arbeit im Aufnahmestudio, Gespräche mit Musiker-Freunden (Warren Ellis, Blixa Bargeld, Kylie Minogue…), Sinnieren über Archivfotos
vergangener Zeiten, Cave an der Schreibmaschine … Ein filmisches Kaleidoskop, inhaltlich wie formell, dessen Farbenspiel Philosophie, Weltsicht, Kreativität und produktive Prozesse eines Ausnahmekünstlers ausleuchtet.

„It‘s not the truth, though“.

Weil Nick Cave in all seinen Facetten mehrheitlich als Musiker geboren wurde, lassen wir uns am 28.11. nach dem Film in die Kantine und in Caves musikalisches Reich entführen. Ergänzt von Songs seiner Weggefährten wie Blixa Bargeld (Einstürzende Neubauten und Ex-Bad Seed), Kylie Minogue, PJ Harvey und anderem Klingenden, was Beine und Herz in Bewegung setzt. 20000 Ponys On Earth! Wer in der Kantine die Kinokarte vorlegt, zahlt die Hälfte des Eintritts.

 

Spieltermine: 28.11. 21:45 / 29.11. 19:30 / 30.11. 20:00 / 01.12. 21:45

Englische Originalversion mit Untertiteln