18 Uhr: Publikumsgespräch zwischen Mitarbeitern des Zebra-Kinos und FilmwissenschaftlerInnen aus dem DFG-Netzwerk „Erfahrungsraum Kino“ – Eintritt frei!

20 Uhr: L’enfant sauvage (François Truffaut, Frankreich 1970) mit einer Einführung durch Prof. Dr. Ursula von Keitz

lenfantDas von der Deutschen Forschungsgesellschaft (DFG) geförderte Netzwerk „Erfahrungsraum Kino“ besteht aus FilmwissenschaftlerInnen aus Deutschland und der Schweiz, die sich halbjährlich an verschiedenen Kinostandorten zu Workshops treffen. Das Netzwerk untersucht die Umbrüche der Filmerfahrung in Bezug auf den architektonischen und sozialen Ort des Kinos und macht es sich zur Aufgabe, diesen Transformationen von  Nutzung  und Wahrnehmung des Kinos und des Films nachzuspüren. In diesem Mai findet das Treffen in Konstanz unter dem Titel „Wissenschaft und Film“ in Kooperation mit dem Zebra-Kino statt. Ein öffentliches Publikumsgespräch mit aktiven Zebras und Mitgliedern des Netzwerkes gilt dem Thema „Kuratieren und Programmgestaltung“. Wir wollen so das Forschungsnetzwerk und die kuratorische Arbeit des Zebra-Kinos vorstellen sowie aktuelle Themen wie Digitalisierung besprechen.

Im Anschluss zeigen wir dem Tagungsthema entsprechend François Truffauts Schlüsselwerk L’enfant sauvage (Der Wolfsjunge) mit einer kurzen Einführung durch die Konstanzer Filmwissenschaftlicherin Ursula von Keitz. Truffaut selbst spielt den Mediziner und Wissenschaftler  Jean Itard, der sich Ende des 18. Jahrhunderts eines in der Wildnis aufgewachsenen Kindes annimmt und gegen gesellschaftliche Widerstände versucht, dem stummen Jungen Bildung und soziale Interaktion nahezubringen. Häufig jedoch werden seine selbstkritisch-pädagogischen Erziehungsmethoden mit kläglichem Erfolg belohnt.

Truffaut warf mit L’enfant sauvage 1970, in Zeiten von Studentenunruhen und sozialen Protesten, elementare Fragen nach Bildung,  dem Zweck von Erziehung, Zivilisation und Isolation sowie dem Konflikt der Generationen auf, die bis heute nichts an ihrer brennenden Aktualität verloren haben.