Gambling-GodsEine Kirche wird gesprengt / Albert Hofmann spricht über seine berühmte Fahrradfahrt / Ein Erfinder aus Las Vegas präsentiert stolz seine Sexspielzeuge / Junkies philosophieren / Menschen beobachten ein Pudelrennen / Die Schweizer Berge stehen fest wie eh und je / Rave, Zeremonie, zufällige Begegnungen und die Toronto Airport Christian Fellowship Church – was hat das alles miteinander zu tun? Wo ist er, der berüchtigte rote Faden? Handelt es sich bei Gambling, Gods and LSD nun um einen Essay-, Experimental- oder Dokumentarfilm, ein kunstvolles audiovisuelles Abenteuer oder einfach zufällige Montage, die persönlich und doch transzendental sein will? Und wem wäre hier mit einer Antwort geholfen?

Widersprüchlich, oder wie an anderer Stelle geschrieben wurde: unmöglich, aber dennoch beeindruckend… Große Worte, mag man meinen. Aber das Geheimnis von Peter Mettlers dreistündiger Reise durch die Welt ist, dass der Film eine ganz eigene Poesie der Überfülle verhandelt und gar nicht erst versucht seinen Gegenstand zu (er) klären. Immerhin geht es doch um nicht weniger als die Frage nach dem Sinn – seiner Entstehung und seiner Vermittlung. „Die Erfahrung, den Film anzuschauen, widerspiegelt den zentralen Gedanken, wovon der Film handelt: der Art, wie wir Dingen Sinn verleihen. Den Film anzuschauen ist eine aktive Erfahrung bezüglich der Suche nach Sinn, des sich Eingestehens der Zerbrechlichkeit unserer Glaubensgrundsätze und unseres Strebens nach Glück – oder wie immer man das nennen möchte.“ (Mettler)

Wie auch immer man das nennen möchte / wie auch immer man es sehen möchte. Was Gambling, Gods and LSD mit seiner Länge – die ursprüngliche erste Fassung war mit 55 Stunden Laufzeit noch um einiges Kolossaler – und seinen Themen auf ersten Blick sperrig erscheinen lässt täuscht. Es ist ein Vergnügen, der ausgelassenen Vielschichtigkeit und Offenheit gegenüber der Welt in allen Farben und Perspektiven zu folgen. Ob Kanada, Amerika, Schweiz oder Indien: ein Genuss für die Augen, die Ohren und den Raum dazwischen – eine cineastische Sinnsuche.

Spieltermine: 28.-31.03. jeweils 20:00