In Egomania herrscht die Romantik und vor allem Baron Tante Teufel (Udo Kier). Das Drama spitzt sich unter seiner Gewaltherrschaft auf dem Eiland immer zu. Gewalt, Intrige, Misstrauen und Eifersucht vermischt mit Analogien zu Macbeth und begleitet von Bildern eines Caspar David Friedrich. Alle Werte scheinen abhanden gekommen, so dass das Drama seinen Lauf nimmt.

Ohne inhlatlich klare Struktur zeigen die eher assoziativ aufgebauten Bilder, wie durch Gewalt und Mord das Ordnungsprinzip aufrecht erhalten wird, das unweigerlich zum Untergang führt. Der apokalyptische Aphorismenfilm ist dabei erstaunlicherweise von der Musik Helge Schneiders begleitet. Dabei lassen ein die Mystik des Films und Udo Kier, der als Teufel das dämonische Prinzip verkörpert, in der Überzeugung zurück, dass jeder Kindsmord, jede Vergewaltigung und jede Art von Nekrophilie zur Stabilisierung von Gesellschaftsformen führt, deren Ziel es ist, die Wirklichkeit zu erkämpfen oder notfalls dafür zu sterben. Nach Max Stirner, der mit seinem Werk auch zur philosophischen Grundlage des Anarchismus beigetragen hat, und bei dem der Einzelne durch keine Form der Vergesellschaftung in seiner Freiheit eingeschränkt sein sollte, lässt sich dann nur noch sagen: „Jeder Staat ist eine Despotie“.

Spieltermine: 19./21./22.04. 20:00 | 20.04. 22:15