Manhattan, New York, USA, heute. Oben glitzernde Wolkenkratzerfassaden, unten ein geschäftiges Gewühl aus eiligen Menschen, stressigem Straßenverkehr. Eine pulsierende, gehetzte Masse, in der man beim nichtparallelen Überqueren des Zebrastreifens schon mal herzlich willkommen geheißen wird: „Synchronize, motherfucker!“. Besser, man schaut in der U-Bahn niemandem in die Augen, sonst kann es schnell brenzlig werden.

Manhattan, New York, USA, Mitte-Ende der 70er Jahre. Oben heruntergekommene Wohn- und Geschäftshäuser, unten soziale Missstände, Kriminalität, Armut. Auf Basis der billigen Mieten fassen die ebenfalls sozial schwachen Vorboten der Gentrifizierung, die Künstler und Intellektuellen Fuß und prägen das neue Bild des Stadtteils.

Der Ausdruck ihrer Wut über den Rassismus, das Wohlstandsgefälle und die Gewalt bahnt sich einen Weg: Radikalisierung auf den Pfaden der Kunst.

Gerade der Schmutz, der Schutt und der Mangel aus denen das East Village zu jener Zeit bestand, entwickelte sich zum Nährboden der No Wave Bewegung und hier speziell der Gruppe Colab. Deren Kinder prägten die Independent Szene teilweise bis in die Gegenwart und setzten einen cineastischen Kontrapunkt zum damaligen Hollywoodkino.

Hier entstanden in kurzer Zeit abgedrehte, häufig improvisierte Filme auf 8 oder 16 mm, die im Spannungsfeld zwischen vordergründiger Obszönität und metaphorischer Bedrohlichkeit ohne große Umwege die Ideen ihrer Macher festhalten.

Regisseurin Céline Danhier zeigt in Blank City durch Interviews mit damals Beteiligten einerseits und Ausschnitte aus den auf Film gebannten Werken andererseits den Weg der No Wave Bewegung und ihrer prominentesten Mitglieder. Unter anderem kommen Deborah Harry und Steve Buschemi zu Wort und schildern ihre Eindrücke und Beweggründe aus der damaligen Zeit. So auch die damals prägenden Köpfe der Musik, wie Lydia Lunch und Thurston Moore, deren Schaffen ebenfalls sehr langen (quasi wörtlichen) Nachhall hatte.

Wir zeigen Blank City insbesondere mit Verweis auf einen Originalfilm der damaligen Zeit: The Foreigner (1978), bald in eurem Zebra.

Spieltermine:
Fr, 22.03. 21:00 – Double Feature mit THE FOREIGNER (1978)
Sa, 23.03. 22:15 | So, 24.03. 20:00 | Mo, 25.03. 22:15