Am Himmel der Tag ist die erste Produktion der vom Rundfunk Berlin-Brandenburg gegründeten Filminitiative „Leuchtstoff“ und wurde gleich auf dem Zürich Filmfestival mit dem „Goldenen Auge“ als Bester Film in der Kategorie „Deutschsprachiger Film“ ausgezeichnet. Das erst beschwingte, dann beklemmende Drama um eine ungewollte Schwangerschaft, die den Partymodus der 25jährigen Studentin Lara (Aylin Tezel) beendet, dabei zu schweren Entscheidungen und zu einer Totgeburt führt, wird getragen von der Hauptdarstellerin Aylin Tezel (im Zebra Kino zuletzt zu sehen in Almanya, Luks Glück, 3 Zimmer, Küche Bad und in Kürze im TV als Tatort-Kommissarin).

Lara (Aylin Tezel)

Lara (Aylin Tezel)

Lara ist 25 und studiert ihren Eltern zuliebe Architektur. Mit ihrer besten Freundin Nora (Henrike von Kuick) zieht sie durch Technoclubs und frönt dem verantwortungslosen Spaßdasein. Lara fühlt sich gleich doppelt betrogen, als Nora eine Beziehung zu ihrem gemeinsamen Dozenten Martin eingeht und lässt sich ihrerseits auf ein überstürztes Abenteuer ein. Wenige Wochen später muss Lara schockiert feststellen, dass sie schwanger ist.

Nach anfänglicher Überforderung entscheidet sie sich, das Kind zu bekommen. Tief im Inneren weiß Lara, dass sie gerne anders leben würde und das unerwartete Ereignis scheint ihrem Leben endlich den Sinn zu geben, den sie so lange vermisst hat. Doch ihr Kind wird nicht leben und das ist noch nicht alles. Dass weder die zerstrittenen Eltern noch die sogenannte beste Freundin ihre lebensgefährliche Situation bemerken, ist eine erschreckende Analyse über das nur vordergründig gesellige Leben dieser Großstadt-Generation.

Der Abschlussfilm der HFF-Absolventin Pola Beck erinnert bisweilen an die Nouvelle Vague, am meisten wenn das Mädchen-Duo von unscharfen Hintergründen umflort durch die Nacht tanzt. Den unbeschwerten Impressionen des studentischen Party-Lebens steht die Vielfalt möglicher Lebensentwürfe entgegen, in der man durchaus die Orientierung verlieren kann. Wie Lara erst den Boden unter den Füßen verliert, sich dann in der euphorischen Vorstellung der heroischen Solo-Mutter gefällt und schließlich verzweifelt und einem Todestrieb folgt, ist verstörend intensiv. Aber jedes Ende ist auch ein Neuanfang.

Spieltermine:

Do, 10.01. 20:00 | Sa, 12.01. 19:00 | So, 13.01. 20:00 | Mo, 14.01. 21:15

Fr, 18.01. 19:00 | Mo, 21.01. 19:00