Bruderschaft ist kein bequemer Film, das will er aber auch nicht sein. Zu Beginn des Filmes wird ein Unbekannter von ein einer Gruppe Rechtsradikaler verprügelt. Anlass für den gewaltsamen Übergriff: seine Homosexualität, seine Hautfarbe – eben die Differenzen zu dem, was die dänische Gruppe als richtig und erhaltenswert erachtet. Willkür und Ausgrenzung getarnt als nationale Ideologie.

Protagonist des Filmes ist Lars, der aus dem Militär entlassen wird, da er sich einem Kameraden genähert haben soll. Auch wenn nicht geklärt werden kann, ob die Gerüchte stimmen, so möchte die Leitung der Kaserne doch nicht das Risiko eingehen den Männerbund Militär zu gefährden. Kurz danach trifft Lars zufällig auf den Führer der lokalen Rechtsradikalen und auch wenn er zu Beginn deren Taten und Ideologie vehement ablehnt – der Zusammenhalt der Truppe zieht ihn in den Bann. Ehe er sich versieht, ist er fester Teil der Gemeinschaft und auf dem besten Wege die interne Karriereleiter hochzuklettern. Aber die Ereignisse nehmen nicht den geplanten Weg, und plötzlich findet er sich in leidenschaftlicher Umarmung mit einem Kameraden wieder und entwickelt eine unmögliche, da unerlaubte Beziehung mit ihm.

Nüchtern, kalt und unaufgeregt erzählt Bruderschaft davon, dass die eigene sexuelle Orientierung immer Gefahr läuft politisch und ideologisch verwendet, verwaltet und verboten zu werden. Das bezieht sich leider nicht nur auf Nationalsozialisten, sondern allgemein alle Verfechter der Idee, dass es eine „wahre“ Kameradschaft unter Männern gebe und die durch Homosexualität verunreinigt werden könnte. So gleichen sich die Umkleidekabinen der professionellen Fußballclubs, die Kasernen und Konzerte der Rechten doch in einem Punkt, ein paradoxes Bild herrscht vom Mann vor: er habe seinen Mann zu stehen, jedoch niemals auf einen Mann zu stehen. Gegen diese Eindimensionalität steht Bruderschaft – für die Liebe mit jeder Konsequenz.

Spieltermine:
Sa, 3.3. 20:00
So, 4.3. 22:15