Luck by Chance

Jaisingh möchte Bollywood Schauspieler werden. Ganz so einfach wie in Hollywood ist das nicht, wird ihm im Schauspielunterricht beigebracht – wer in Indien ein Star sein will, der muss nicht nur schauspielern können, der muss auch tanzen, singen, lieben und kämpfen können. Doch Jaisingh hat sich vorgenommen, seinen Weg zu machen – mit allem, was dazugehört und mit allen Konsequenzen.

Mit Luck by Chance wirft der Zuschauer einen Blick hinter die Bühnen der zweitgrößten Filmindustrie der Welt. Dabei gelingt dem Film ein interessanter Spagat: er bewegt sich innerhalb gängiger Bollywood-Klischees, vermittelt dies aber mit einer gehörigen Portion Selbstironie, er ist entlarvend, ohne jemals respektlos zu sein. Er ist zugleich Hommage an und Parodie auf Bollywood, gleichzeitig überzeichnet und doch authentisch, konventionell, aber doch irgendwie „outside the box“. Quietschbunt ist er und etwas pathetischer, als man es vielleicht aus dem Westen gewohnt ist. Auch Musical-Nummern gibt es, sowie die obligatorische Love-Story – ersteres jedoch nur als Film im Film und zweites in für Bollywood-Verhältnisse stark unorthodoxem Gewand.
Der pompöse Riese Bollywood – ein spezieller, aber nicht geringer Teil indischer Kultur – und die Faszination, die von ihm ausgeht, erfährt hier augenzwinkernd Plastizität. Auch für das Zebra-Publikum, das sich dem indischen Kino eher weniger zugetan fühlt, dürfte der Film einen Blick wert sein – führt er doch aus der „Erste-Person“ Perspektive in eine Welt ein, die sich einem erst auf den zweiten Blick erschließt.

Dem ambitionierten Zuschauer bietet Luck by Chance sowieso genug Futter – nicht zuletzt wird dem Star-Kult auch hier in ausreichendem Maß gefrönt. Beinahe alles, was Rang und Namen hat, von Abhishek Bachchan bis Shahrukh Khan, reicht sich hier in zahlreichen, aber unglaublich wohldosierten Cameos die Hand. Das Spotlight gehört jedoch ganz klar den unverbrauchten Gesichtern von Farhan Akhtar (seines Zeichens eher Filmmacher) und Konkona Sen Sharma, die ihre Figuren, fernab des üblichen overactings, glaubhaft mit Ecken und Kanten geben. „Luck by Chance“ ist frischer Wind in bekanntem Gewand.

Spieltermine: 17.-20.02.2012

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