(CC-BY) Robert Paul Young

The mighty land down under, endlose Natur, coole Typen beim Barbeque… Die Welt teilt sich in die, die schon da waren und damit protzen und die, die so gern hin wollen.

Discovering Australia steht für zwei cineastische Entdeckungsfahrten. Zum einen stellen erstaunlich viele australische Filme die Frage nach der kulturellen Identität des Landes. Europäern erscheint unsere Jahrtausende alte Geschichte selbstverständlich. Australien aber „entstand“ vor gerade mal 100 Jahren aus britischen Kolonien. Erst in den 1970er Jahren setzte sich die Erkenntnis durch, dass die weißen Australier Schuld an einer grausamen Dezimierungspolitik gegenüber den indigenen Völkern tragen.

Auch der Nationalmythos vom zähen, naturverbundenen Farmer ist eher ein frommes Märchen: 92 % der Bevölkerung leben in Städten. Politik, Kultur: wo im Rest der Welt spielt Australien eine nennenswerte Rolle? Nicht einmal coole Kriege führten sie; mehr als ein Hilfstruppendasein für die „wichtigen“ Nationen in den schmutzigsten Konflikten war nicht drin.

Interessant, was im australischen Film als identitätsstiftendes Merkmal oft überlebt: Mateship, die Solidarität unter Fremden, meist Männern, als Lebenselixier. Und das Beschreiten eines Weges, oft durch die faszinierende australische Natur, als eventuell vergebliche Reise zu sich selbst: das Road Movie.
Zweitens gibt es einen reichen Schatz in Form von ganz wunderbaren, wirklich beeindruckenden australischen Filmen aufzuspüren. Unbegreiflich, eigentlich eine Schande, dass diese Filme nie zuvor in einem deutschen Kino waren.

Diesen Schatz wenigstens teilweise zu heben, lohnt, wenn’s auch mühsam ist. Denn wir spielen nicht die paar Streifen, die fast jeder kennt; das Zebra hat einige Überraschungsfilme geangelt.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei Ideal Reisen für die Unterstützung des Schwerpunkts.

12. – 16. April
Samson and Delilah

In einem Aborigine-Reservat hausen der 15-jährige schwerhörige Samson, ein liebenswerter, aufsässiger Charakter und die 16-jährige Delilah. Als beide aus unterschiedlichen Gründen verprügelt werden, machen sie sich auf in die Stadt der Weißen.

 

27. – 30. April
Animal Kingdom

Drei gewalttätige Kriminelle, behütet von ihrer Großmutter, leben vom organisierten Verbrechen. Die Spiie kämpft bis zum mörderischen Jeder-Gegen-Jeden, auch innerhalb des Rudels. Der gute alte Gangsterfilm, der einem Schauer über den Rücken jagt, ist nicht ausgestorben. Er kommt jetzt aus Australien.

 

3. Mai – 8. Mai
Beneath Clouds
Die hellhäutige Lena läuft weg von den ärmlichen Verhältnissen bei ihrer Aborigine-Mutter und begegnet Vaughn, einem jungen Aborigine, der aus einem Straflager floh. In diesem Road Movie treffen die Protagonisten auf rassistische Barbesitzer, schikanöse Polizisten, kriminelle Freunde. Ein mühsamer Weg.

 

10. Mai – 14. Mai
I’m Not Dead Yet
Chad Morgan ist als König der australischen Countrymusik mit dem Horst-Schlämmer-Gebiss die witzige Stimme der Outback-Strolche.  Mit 78 tourt Chad noch heftig in Turnhallen und Kneipen, singt im breiten Aussie-Slang und zieht gnadenlos über alles und jeden her.

 

24. Mai – 6. Juni
The Hunter
In der undurchdringlichen Wildnis der tasmanischen Berge, wo jeder Fehltritt, jede Unachtsamkeit oder kleinere Verletzung einen einsamen Tod bedeuten kann, legt sich Martin auf die Lauer. Er weiß, dass seine Zeit knapp ist. Schon bald findet er Zeichen, dass er da draußen nicht mehr allein ist …