Marina lebt in einer tristen, verregneten Industriestadt an der Küste Griechenlands. Zwar ist die 23-jährige aufgeweckt und wissbegierig, doch mangelt es ihr an Verständnis für all die eigentümlichen zwischenmenschlichen Rituale und Gebräuche, die für Marinas Mitmenschen doch so selbstverständlich sind. Ihr Interesse gilt vielmehr den Tier- und Naturdokumentationen Sir David Attenboroughs, die sie mit leidenschaftlicher Begeisterung verschlingt.

Die einzigen Vertrauenspersonen in Marinas Leben sind ihr krebskranker Vater Spyros, um den sie sich liebevoll kümmert und ihre extrovertierte Freundin Bella. Diese versucht stets, Marina die Geheimnisse und Mysterien der menschlichen Sexualität näher zu bringen. Obwohl Marina Bellas expliziten Ausführungen neugierig folgt, scheint sie selbst wenig Interesse daran zu haben, eigene Erfahrungen zu sammeln. Die „Kuss-Übungen“ mit Bella empfindet sie als abstoßend und unappetitlich.

Ihr Vater, dessen Leben langsam zu Ende geht, fürchtet nach seinem Ableben Marina in einer Welt zurückzulassen, in der sie nicht fähig ist, ihren eigenen Platz einnehmen zu können. Erst als eines Tages ein junger Ingenieur in Marinas Firma anfängt, fasst die Spätzünderin den Entschluss, selbst Feldforschung zu betreiben …

Mit skurrilem Wortwitz und Mut zu experimenteller Narration nimmt Tsangaris Coming-of-age-Drama auf erfrischende und absolut charmante Art und Weise die menschliche Psyche unter die Lupe. Hauptdarstellerin Ariane Labed wurde im Rahmen der Filmfestspiele in Venedig 2010 für ihr grandioses Leinwanddebüt mit der Coppa Volpi ausgezeichnet. Ebenfalls überzeugend ist der famos zusammengestellte Soundtrack, der geschickt Stücke der amerikanischen Band Suicide und der französischen Chansonnette Françoise Hardy vereint.

Spieltermine: 12.10.-22.10.2012