„Linksradikal und antiamerikanisch.“ 
Für den jungen Studenten Mark verbinden sich Kondensstreifen am Himmel mit rauen Furchen am Straßenrand. Auf der Flucht vor einem Traum, den Verfolgern dieses Traums, den Zeugen des Zeitgeschehens. Für ihn steht Ende der 1960er Jahre alles auf dem Spiel, in einem Land, dessen counter-culture sich gerade im letzten Hauch begonnener Utopie windet. Unter Mordverdacht an einem der gewalttätigen Vertreter erstarkender Repression (Polizist) flieht er mit Hilfe eines Flugzeugs direkt in die Wüste Kaliforniens, geradewegs ins Death Valley. Dort trifft er auf Daria, die ihn in ihrem Wagen mitnimmt. Am Nullpunkt der bizarren Einöde, bekannt unter Zabriskie Point, steigen beide aus, es ist Ende und Ausgangspunkt der Straße hinein ins Genre, des visionären Charakters der Wüste, gleichsam er still und schweigsam scheint – nur ihr Treiben erschafft Emotion, Ausdruck eines mit Film geschriebenen Traums..
Antonioni komponierte mit Zabriskie Point einen fulminanten oddball, ein eigenes Meisterwerk in brillantem Cinemascope, dass so viel von der melancholischen, dystopisch verdammten Seite der Sixties zeigt: Traurig trägt es sich heraus aus dem Milieu staubiger Straßen eines so genannten road movie. In Berndt Schulzs bornierter Haltung im Lexikon der Road Movies erkennt man den nötigen Kick gegen das Schienbein des Genres: Er schreibt (über Antonioni) vom „hilflosen Standpunkt des liberalen Ästheten“. Aber eben nur durch „liberale“ Ästhetik verbleibt einem die nötige Freiheit, das Gefühl der endlosen Straße. Romantik ist freie Sache, man kann sie, sie kann sich auch abknallen. Deswegen ist sie Romantik, nicht Pathos. Mit unbegrenztem Start und Ziel, und den Gedanken, zieht der Betrachter, der Zuschauer seinen Standpunkt.

I took a trip down to L’America
To trade some beads for a pint of gold
I took a trip down to L’America
To trade some beads for a pint of gold
L’America, L’America, L’America
L’America, L’America, L’America
Come on people, don’t you look so down
You know the rain man is coming to town
He’ll change your weather, change your luck
And it’ll teach you how to
Find yourself
L’America
…
Jim Morrison - L´America
Spieltermine: 3. – 7. Februar 2011
Wir zeigen den Film selbstredend in OmU!