Kaum ein anderer mythischer Stoff inspirierte so viele Schriftsteller und Filmemacher, wie die afrikanische Religion des Voodoo. Die Exotik, die für Außenstehende ungewöhnlichen Riten und Zutaten hinterließen bereits bei den frühen Forschern und Kolonialisten bleibenden Eindruck. Diese Sicht, unzählige Male in Büchern und vor allem Horrorfilmen verarbeitet, hat sich bis heute hartnäckig gehalten und ebenso die entstandenen Stereotypen. Mit Voodoo verbindet der (Horrorfilm-) Zuschauer vor allem den Zauber, anderen Menschen mit Hilfe einer Puppe aus der Ferne Schaden zuzufügen. Doch was steckt hinter solchen Vorstellungen?
Die Dokumentation von Regisseur Henning Christoph begibt sich auf die Suche nach Klarheit. Im Titel betont Christoph jedoch schon die positive Seite dieses Glaubens, nämlich die „Kraft des Heilens“. Der Film nimmt uns mit zum Ursprungsort der Religion, in das westafrikanische Benin. Dort begleiten wir praktizierende Anhänger, erleben Heilzeremonien und hören von der Bedeutung des Voodoo als Naturmedizin. Die entstandenen Filmaufnahmen Christophs benötigen kaum Erklärungen, sie sprechen durch ihre Ausdruckskraft für sich.
Die Kamera nimmt eine beobachtende Stellung ein, ignoriert von den Teilnehmenden der Rituale fängt sie die Extremzustände der Emotionen, Gebrauchsutensilien wie Tierköpfe und das farbenfrohe Straßengetümmel der Märkte und Städte ein. Wir erhalten den Eindruck mittendrin zu sein in dieser fremden und beeindruckenden Welt, die Außenstehenden verschlossen bleibt. Der Regisseur möchte sie uns näher bringen. Früh interessiert am afrikanischen Kontinent, ging der studierte Ethnologe Christoph bereits in den 1980er Jahren nach Benin. Dort traf er auf die Religion und widmete sich nun in seiner Dokumentation dem Phänomen, das ihn derart faszinierte. Wer also in die Voodoo-Welt eintauchen will, begibt sich ins Zebra. Alle anderen werden verhext!
Spieltermine:
Do, 13.10. 20:00
Fr, 14.10. 22:15
Mo, 17.10. 22:15
