Shocky Horror Picture Show [Infestation, Tucker & Dale vs Evil]

Unsere Horrorfilmnacht am 16.4. will mit seinem Grauen eher verzücken. Ob nun überdimensionierte Insekten oder verwirrte College-Kids – dieser Horror ist nicht nur deftig und blutig, sondern auch lustig. Ein großer Spaß, selbst für hart Gesottene. We call it Shocky Horror Picture Show mit Infestation als Appetizer und Tucker & Dale vs. Evil als Hauptfilm. Start ist um 21.00 Uhr und natürlich verweilen wir bis nach Geisterstunde in unseren mystischen Hallen des Zebra Kinos.

Infestation

Entomophobie ist der medizinische Fachterminus für die panische Angst vor Insekten und all dem, was mit Insekten zu tun hat. Akarophobie hingegen beschreibt die Angst vor Stichen und Infektion durch parisitäre Insekten. Wie auch immer man seine Ängste ausformulieren will – für alle Phobiker und alle, die es noch werden wollen: Infestation ist die super Shock-Theparie ohne Erbarmen!

Es kreucht und fleucht, fliegt und sticht, krabbelt und zappelt, grummelt und – machen wir es kurz: Insekten überall und nicht in handlicher Größe zum schnell mal mit der linken Fußsohle zerquetschen … Der Beginn der Geschichte erinnert grob an Kafkas berühmte Erzählung: Als Cooper eines Mittags aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in einem Kokon wieder … und ungeheure Ungeziefer essen seine Kollegen auf.

Nun, nicht ganz Kafka, anstatt einer Verwandlung gibt es eine Inversion, aber ansonsten ist der Film mindestens so grotesk wie das literarische Vorbild, inklusive jeder menge Körperflüssigkeiten, derben Humor und eine gute Portion Selbstironie.

Natürlich hat auch das Militär seine Hände mit im Spiel und ein selbstmörderisches Kommando (nur echt mit Bombe) muss her um die Ursache für diesen plötzlichen Insektenbefall zu tilgen und ohne das sich die Menschen gegenseitig manches Bein stellen, ist das Ganze auch nicht möglich. Also eben all das, was man von einem Genrefilm erwartet, der sich – dem Thema wegen – nicht ganz ernst nimmt, dafür aber alle Register zieht.

 

Tucker and Dale vs. Evil

Alles was Tucker und Dale wollten, war ein lockerers Wochenende mit Dosenbier  in ihrer neuen Ferienhütte. Als sie auf der Fahrt dorthin fast mit einer Gruppe urlaubender College-Kids kollidieren, ahnen die beiden rustikalen Hinterwäldler allerdings noch nichts von ihrem Glück.

In der tiefsten Einöde treffen die beiden Gruppen erneut aufeinander und dank einiger unglücklicher Umstände werden die Ereignisse in eine unheilvolle Richtung gelenkt. Als eines der Mädchen aus der Gruppe beim nächtlichen Baden im See zu ertrinken droht, wird sie flugs von den zwei Hinterwäldlern aus dem Wasser gefischt und in ihre Hütte gebracht. Die Rettungsaktion verstehen die angehenden Akademiker allerdings als Kidnapping. Beim Versuch, ihre Freundin zu „befreien“, bricht im Wald das blutigste Chaos aus, in welchem ein Städter nach dem anderen auf absurdeste Weise das Zeitliche segnet.

Einer der Gründe warum Tucker and Dale vs. Evil so hervorragend funktioniert, ist die Beibehaltung der genretypischen Elemente des klassischen Backwood-Slashers bei gleichzeitiger Verkehrung. Während die vermeintlichen Psychopathen in Wirklichkeit nette Jungs sind, werden sie vom städtischen Jungvolk als grausame Bestien gehalten.

Aus diesem Spiel mit Genremechanismen vereint  Craig stilsicher postmoderne Parodie mit deftiger Hommage und erschuf eine hochgelobte Splatter-Komödie voller unglaublicher Missverständnisse und unfassbarer Zufälle, die ebenso blutig wie zum Brüllen komisch ist.