Die Stadt Pripyat liegt fünf Kilometer neben dem Atomkraftwerk Tschernobyl. 50.000 Menschen haben hier bis Mitte 1986 gelebt.
Heute ist Pripyat eine von der Miliz schwer bewachte und hoch kontaminierte Geisterstadt inmitten der radioaktiv verseuchten Zone, die von der Ukraine bis tief nach Weißrussland reicht und aus der insgesamt rund 116 000 Menschen ausgesiedelt wurden. Wer in die Zone will, braucht spezielle Genehmigungen, und wer sie verlassen möchte, wird einem dosimetrischen Check unterzogen. Die 30-km-Zone ist mit einem Stacheldraht eingezäunt. Sie ist ein willkürlich mit dem Zirkel abgemessenes Gebiet und entspricht nicht der realen Verseuchung der Böden.
Etwa 15.000 Menschen leben oder arbeiten hier. Im immer noch aktiven 3. Block des Kraftwerks, in der Zonenverwaltung, bei der Miliz oder in den zahlreichen Forschungseinrichtungen finden sie begehrte, weil gut bezahlte Arbeitsplätze. Viele der Dörfer sind bewohnt. Von ihren ausgesiedelten und illegal zurückgekehrten, aber geduldeten Eigentümern oder von Menschen, die sich bewusst in die praktisch nicht überwachbare Zone mit den vielen leer stehenden Häusern flüchten.
Pripyat ist auch der Name des Flusses, der am Kraftwerk vorbei in den Dnjepr fließt, und heute noch die Bewohner der Zone mit stark radioaktiv verseuchten Fischen versorgt.
Der Film, der im Rahmen von „Energievisionen – 25 Jahre nach Tschernobyl“ gezeigt wird, erzählt vom Überleben in einem improvisierten Mikrokosmos, in dem man nichts essen, nichts trinken und bei Wind keinen Staub einatmen sollte – doch weil Radioaktivität mit menschlichen Sinnen nicht wahrnehmbar ist, hält sich kaum jemand an diese Empfehlungen. Vier Protagonisten kommen in ausführlichen Interviews zu Wort und geben Einblick in den Alltag der Zone.
In Deutschland wurden knapp 25 Jahre nach der Katastrophe die Laufzeiten der angeblich sichersten Kernkraftwerke der Welt verlängert. Ist das zu vertreten in Anbetracht der Gefahren der AKWs und des Booms der Regenerativen Energien? Darüber kann bei der Veranstaltung am Sonntag, 1. Mai im Anschluss an den Film mit Vertretern von Attac und Greenpeace diskutiert werden.
Spielzeiten:
- Fr 29.04. 21:30
- Sa 30.04. 19:00
- So 01.05. 20:00
- Mo 02.05. 19:00
