Our Grand Despair

Das türkische Kino ist auf dem Vormarsch. Bereits letztes Jahr gewann Bal, ein Film über die Familie eines anatolischen Imkers, den goldenen Bären bei der Berlinale. Dieses Jahr stammte der türkische Beitrag für den Wettbewerb von Regisseur Seyfi Teoman.

Our Grand Despair (Szenenfoto)

 

Zwar konnte er sich nicht gegen den iranischen Film Nader And Simin, A Separation durchsetzen, begeisterte aber dennoch sein Publikum und die Kritiker. Vor allem seine neue erfrischende Art, die Gefühlswirren einer Dreiecksbeziehung darzustellen – ohne dabei in gängige Filmfloskeln zu verfallen – macht den Film so sehenswert.

Die Mitdreißiger Ender und Cetin teilen sich nach gescheiterter Ehe und Beziehungen in Ankara eine Wohnung. Die zwei Männer sind bereits seit ihrer Jugend dick befreundet und hegen eine harmonische Wohngemeinschaft.

Eines Tages bittet ein Freund die beiden darum, seine jüngere Schwester für eine Weile bei ihnen aufzunehmen, da ihre Eltern bei einem Autounfall ums Leben gekommen sind. Sie willigen ein. Die schöne, aber traumatisierte Nihal bringt daraufhin den Lebensrhythmus ihrer neuen Mitbewohner ordentlich durcheinander. Vor allem, weil sich langsam aber sicher sowohl Ender als auch Cetin in sie verlieben – jeder auf seine Weise. Nihal aber hat schon einen Freund. Verzweiflung scheint vorprogrammiert, aber keine Entzweiung. Anstatt sich gegenseitig auszustechen, betrinken sich die Freunde lieber gemeinschaftllich.

Regisseur Teoman beweist ein gutes Gespür für die Darstellung der besonderen Männerfreundschaft und zarten Gefühle innerhalb der 3er-Wohngemeinschaft. Mit viel Humor und schönen Aufnahmen Ankaras inszeniert er das Beziehungsgeflecht und liefert damit den Beweis: Our Grand Despair ist ein wirklich hervorragendes und unterhaltsames türkisches Beziehungskino.

Spieltermine: 14.10., 16.10., 17.10., 20.10.2011 jeweils 20:00

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