Brasilien ist die größte Republik in Südamerika, bald finden dort auch die Olympischen Spiele statt. Die aktuelle Präsidentin war früher Guerillakämpferin, der Fußballgott ist aus Brasilien, und ein Mal pro Jahr steigt eine riesige Sause aufgrund des Karnevals, der dank seiner knappen Kostüme und flotten Musik selbst hier in Deutschland, gut 10 000 km weit weg, berühmt berüchtigt ist. Soviel zum stereotypischen Allgemeinwissen hierzulande über die brasilianische Kultur.
Dass in Brasilien nicht immer die Sonne scheint und der fünftgrößte Staat der Welt auch einige Probleme hat, wird uns Zuschauern spätestens in der Dokumentation Waste Land wieder bewusst. Denn Brasilien hat die weltgrößte Mülldeponie. Immense Gebirge aus Abfällen und dazwischen Frauen, Kinder und Männer, die davon leben Müll zu sortieren und zu sammeln. Wie arbeiten die Menschen dort, warum macht man das, Müllsammeln, und wie kann man den Arbeitern helfen?
Der brasilianische Künstler Vik Muniz hatte eine Vision: Er wollte ein Projekt anstoßen, das Kunst auf die Müllhalde bringen sollte, um den Menschen finanziell und moralisch zu helfen, und um außerdem das Bewusstsein der (cinephilen) Weltbevölkerung für die Müllprobleme zu sensibilisieren. Ein Film mit Botschaft also, und mit einer schönen dazu.
Unbeschreiblich sind die Glücksmomente beim Filmschauen, wenn die Arbeitenden sehen, was sie aus Müll schaffen. Aus weggeworfenen Dingen entsteht unter anderem ein riesiges Abbild von Jacques-Louis Davids ‘Der Tod des Marat’. Die entstandenen Fotos werden dann versteigert. Deren Erlös kommt den Arbeitenden zugute. Muniz gelingt es, diesen vergessenen Menschen ein Gesicht zu geben. Er portaitiert die jungen und alten MüllsammlerInnen, lässt sie zu Wort kommen und ihre Geschichten erzählen. Drei Jahre dauerten die Dreharbeiten, nun ist die Dokumentation fertig und überzeugte schon zahlreiche Jurys und Festivalbesucher weltweit. Ein wirklich wunderbarer Film für alle, die gern über den heimischen Suppenteller blicken. Das Zebra Kino zeigt Waste Land in Kooperation mit dem BUND anlässlich des BUND-Umweltfestes.
Spieltermin: Samstag, 09. Juli / Open Air im Palmenhauspark
Der Park wird nicht bestuhlt, bitte eigene Decken etc. mitbringen!
Karte