The Kids Are All Right

Der Film The Kids Are All Right spielt sich in bekannten Kontexten ab: liberale Eltern in  Südkalifornien, die in der gehobenen Mittelklasse situiert sind, der pubertierende Sohn und die Tochter, die sich gerade für das Studium vorbereitet. Dass die beiden Geschwister ihr Leben einer Samenspende zu verdanken haben, bricht dabei keinesfalls mit filmisch-thematischen Konventionen. Doch endet das Thema der  Samenspende hier nicht, wie so oft, in einer der uns ja schon aus dem Hollywood-Kino allzu bekannten Verwechslungsgeschichten.

Und dass das Elternpaar aus zwei Müttern besteht, die ihren Kindern auch die sexuelle Anziehungskraft von Schwulenpornos erklären, wird im Film eben deshalb zur Selbstverständlichkeit, weil Lisa Cholodenko ihn inmitten der Alltagswelt der Mittelschicht der USA aufbaut. Auch darüber schafft sie es, die Thematik „Homo-Ehe/Homo-Elternschaft“ zu normalisieren und in ein klassisches Familienbild zu überführen. So selbstverständlich eben, dass keine der beiden Mütter sich jemals auf die Suche nach dem eigentlichen Mr. Right begeben hätte.

Doch obwohl die Mütter Nic und Jules, gespielt von Annette Benning und Julianne Moore, versuchen ein offenes Familienleben aufzubauen, gerät gerade dieses durch das Erscheinen des biologischen Vaters Paul (Mark Ruffalo) ordentlich ins Wanken. Schon als der 16 jährige Laser (Josh Hutcherson) sein Vorhaben mit seinem leiblichen Vater Kontakt aufzunehmen vor seinen beiden Müttern verschweigt, wird klar, dass auch in dieser klassischen Familie Probleme latent und unausgesprochen vorhanden sind.

So hilft ihm zunächst die Schwester Joni (Mia Wasikowska) – Laser ist noch keine 18 – Auskunft bei der Samenspenderbehörde einzuholen. Doch als die gemeinsame Sache der  Geschwister sich nicht mehr verheimlichen lässt und die beiden Mütter davon Wind bekommen, stellt das die doch etwas festgefahrenen Familienstrukturen und die Paarbeziehung auf eine harte Probe.

Auch in diesem Film beschäftigt sich Lisa Cholodenko, wie schon in High Art und auch in Laurel Canyon, wieder mit den ihr vertrauten Themen der Dreiecksbeziehung und der lesbischen Liebesbeziehung. Nun ist sie damit endlich in Hollywood angelangt und bringt die Selbstverständlichkeit dieser Thematik mit, ohne dabei die überflüssige Frage zu stellen: Are lesbian mothers alright?

Das Zebra Kino zeigt The Kids Are All Right in Kooperation mit dem ZfP Reichenau.

Spieltermin: Freitag, 15. Juli, ZfP Reichenau
Bei schlechtem Wetter wird die Vorstellung nach innen verlegt.

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