Filmabsolvent Marko ist ein junger Mann, der – notgedrungen – auszieht, um das Fürchterliche zu lernen. Bezeichnenderweise verschläft Marko im Vollrausch den Sturz des Milosevic-Regimes (wie er auch später die Ereignisse von 09/11 nicht mitbekommen wird). Egal, voller Ideale und kunstwilligen Tatendrang unternimmt er mehrere Versuche, seinen ersten Feature Film zu produzieren.
Anstatt das serbische Kino zu revolutionieren, landet er unter der Fuchtel von Cane, dem ‚Paten‘ der Belgrader Porno-Industrie. Mit dessen Geld dreht Marko einen gelinde gesagt visionären Film, auf den die Welt nicht gewartet hat. Der skrupellose Cane aber will sein Geld zurück und Marko muss fliehen.
Wie einst Ed Wood schart Marko eine ‚Bande‘ von Outcasts um sich. Sie alle sind Individuen, die irgendwo zwischen Krieg, Aids, Drogen und sexuellen Repressalien in der urbanen Nachkriegs-Verelendung verloren gegangen sind. Sie gründen das erste Live-Porno-Cabaret und machen es sich zur Aufgabe, die Landbevölkerung Serbiens von ihren sexuellen Schranken zu befreien. Von nun an ist der Film ein Roadmovie, die Straße eine kreative Fluchtlinie, ein Experiment mit neuen Wegen des Lebens und Liebens, das Porno-Cabaret eine nihilistische Utopie der „Zerstörung des Körpers und des Geistes“.
Nachdem sie eines Nachts von Dörflern überfallen und in den Arsch gef…t werden, kommt es zur Begegnung mit dem Deutschen Franz, die zu einer mustergültigen Punktlandung mitten in der Sch…e führt. Franz ist ein ehemaliger Korrespondent, der sich während des Krieges ein Zubrot mit Real-Filmen über Kriegsgräuel für dekadente Westeuropäer verdient hat. Ohne Krieg keine Filme, aber die Nachfrage bleibt bestehen, am besten, der neue Stoff überbietet das Bisherige. So werden Snuff-Filme sein neues Geschäft. Der zerfallene Ostblock als gesetzlose Zone befeuert die Fantasie westlicher Konsumenten, brachiale Gewalt und alle Arten von Exzessen scheinen gerade dort möglich.
Die Gruppe ist mittlerweile am Tiefpunkt, Geld ist auch keins mehr da. Wie einst in Belgrad mit dem Pornofilm willigt Marko ein, Snuff-Filme für „exorbitant viel Geld“ zu liefern. Die Opfer stellen sich dabei freiwillig (d.h. für viel Geld, das ihren Familien zukommt) zur Verfügung. Die Gruppe kann weder ihrem Treiben noch der daraus resultierenden Verfolgung standhalten. Der bezahlte Tod und Markos Film-Credo der ästhetischen „Zerstörung des Körpers und des Geistes“ degradiert die Kunstauffassung der Transgression („wir gehen noch einen Schritt weiter“) zum Instrument der kapitalistischen Wertabschöpfung.