Die filmische Darstellung der Liebe wird vermutlich maßgeblich von Hollywood beeinflusst. Dabei wird sie immer als bereichernd, ewig andauernd und dramatisch zugleich beschrieben.Verlieben tut man sich laut Hollywood grundsätzlich auf den ersten Blick; Paare küssen sich dort überdurchschnittlich oft in strömenden Regen und für die Liebe wird bedingungslos alles aufopfert, auch gestorben. Es gilt: 1. Liebe ist das Heilmittel aller universellen Probleme und 2. Blumen zum Valentinstag sind das A und O. Dass diese Vermittlung von Liebe durchaus unrealistisch ist, vergessen wir beim Filmschauen zu gerne.
Doch zum Glück gibt es auch Filme, die Liebe zeigen wie sie der Ottonormalverbraucher erfährt: Alltäglich und gar nicht so spektakulär wie in der Romanze vom Vorabend. Vielleicht sah das auch der Schauspieler Philip Seymour Hoffman (Magnolia, Capote) so und setzte das Theaterstücks des Autors Robert Glaudiniüber zwei unterschiedliche New Yorker Paare in einem Film um. Jack (gespielt von Hoffman selbst) ist Mitte vierzig, von unsicherer Natur und Single.
Er jobbt als Chauffeur bei dem Limousinenunternehmen seines Onkels und hört, wie seine Frisur bereits vermuten lässt, gern Reggae. Seine glücklich verheirateten Freunde Clyde und Lucy wollen Jack nicht länger allein sehen und beschließen ihn mit Lucys Freundin Connie zuverkuppeln. Der Plan scheint aufzugehen: Die zwei Schüchternen verstehen sich und verabreden im Sommer eine gemeinsame Bootsfahrt zu unternehmen. Das einzige Hindernis (von dem Connie nichts weiß) ist, dass Jack nicht schwimmen kann. Um die Bootsfahrt trotzdem wahr werden zu lassen und Connie zu zeigen, dass er sie mag, erlernt Jack das Schwimmen. Währenddessen jedoch fängt die Fassade der perfekten Ehe bei Lucy und Clyde an zu bröckeln.
Hoffmans Interesse ist die Charakterzeichnung des entstehenden Paares Jack und Connie und des sich entfremdenden Paares Clyde und Lucy. Er bietet eine ruhige Erzählweise mit skurril-amüsanten Dialogen zwischen charmanten durchschnittlichen Figuren. Liebe einmal erfrischend alltagsrealistisch. Schön.
Spieltermine: 7.-18. April 2011, Originalton mit Untertiteln
