Hausu ist vor allem anderen ein Midnight Movie in seiner reinster Form und natürlich auch ein Horrorfilm, der – der Titel lässt es erahnen – die mörderischen Absichten eines Hauses in den Mittelpunkt rückt. Der Begriff Midnight Movies versucht, jene heterogene Menge an Filmen aus den 60er und 70er Jahren fassbar zu machen, welche so kontrovers und visuell überwältigend waren, dass sie nur genau um die magische Stunde Null in den amerikanischen Kinos liefen. Von Jodorowskys El Topo bis zu Lynchs Eraserhead machten diese experimentellen Werke die Spannbreite der aberwitzigen Unterhaltung aus.

Hausu stellt dabei Japans bedeutendsten Export in die westliche subkulturelle Kinowelten dar. Zugleich Klassiker des Horrorgenres – unter dem Begriff haunted house lassen sich immerhin weit über 50 Filme verschiedenster Machart subsumieren – sprengt Hausu jede Regel und Erwartung, die man an solch einen Film herantragen könnte, er »ist ein unbeschreiblich wildes, irres, buntes, quietschvergnügtes, wenn auch unfassbar brutales, surreales, ideenreiches ›Ding‹ von einem Film. Absolut einzigartig, absolut eigenartig, absolut unterhaltend und stimulierend.« (Björn Last) Was man an dieser Aufzählung erahnen kann: Auf der Ebene der Beschreibung ist es unmöglich, dem Film irgendetwas entgegenzusetzen, schnell gehen einem die Adjektive und Superlative aus: Hausu ist einfach noch ein Tick weiter, höher und verrückter, als man es sowieso vom japanischen Kino schon gewöhnt ist.

Mit dem Einsatz sämtlicher nicht digitaler Mittel erschafft Obayashi einen traumhaften Albtraum an der Grenze medialer Möglichkeiten.
Oder – um das Fazit einer anderen Rezension wiederzugeben – »Kurz und gut: Hausu ist vielleicht der einzige Film in 110 Jahren Filmgeschichte, der ein Klavier zu bieten hat, welches in der Lage ist, Menschen gleichzeitig zu vergewaltigen und aufzufressen.« (Lukas Förster) Wer jetzt keine Lust hat, Hausu zu betreten und den ganzen März lieber mit Narri-Narro verbringt, der ist selber schuld und hat den Spaß seines Lebens einfach nicht verdient.

Hausu (OmU)
Japan 1977; Regie : Nobuhiko Obayashi ; Drehbuch: Chiho Katsur a, Nobuhiko Obayashi ; Mit : Kimiko Ikeg ami, Kumiko Ohb a (Fanta), Yôko Minamid a (Tante ), Miki Jinbo (Kunfuu ), Ai Matsub ara (Gari ); 88 Min., FSK: ab 16

Spieltermine: 4.–7. März