Zwei Filmemacher aus der Welle: Jean-Luc Godard trifft in den 1950er Jahren auf François Truffaut, im Umfeld zahlreicher junger Anhänger von Filmkritik der Cahiers du Cinéma entstehen im Geiste und in Verehrung des Kinofiebers von André Bazin, Jean Renoir und Alfred Hitchcock enthusiastisch neue Ansätze, Film zu erleben, zu begreifen und selbst zu erschaffen, für Sinne wie Sinnlichkeit pur jus im Sprung nach anderen Bewegungsmotiven und kinematographischer Erzählung.
Gründe genug, um mit einem alteingesessenen Kino, dem stillen Staub der großen Studios in den 1950er Jahren, zu brechen.
Emmanuel Laurent erschuf eine nicht ohne jeden Zweifel objektive Beschreibung dieser damals umstrittenen, heute maßgeblich stilbildenden Bewegung des französischen Films der 1960er Jahre. In eher gemäßigten Details möglicher Interpretation, dafür mit einer beeindruckenden Menge an faszinierendem Archivmaterial, und in Begleitung eines eher sachten aber um den Wert wohl wissenden Erzählers kann man sich voll und ganz für die markant und eigensinnig schönen Impressionen der Filme und deren Künstler begeistern. Trop la classe!
Bilder, Dokumente und Inter views entspringen zudem doch sehr erfrischend einer fast rein archivarisch wiedergezeigten Konfrontation des jungen Filmmilieus mit der verschlafenen Bequemlichkeit ihres establishment, und das glücklicherweise ohne größeren Pathos einer längst geschehenen Akzeptanz und Idolisierung der Nouvelle Vague.
Spieltermine: Do, 9.6. - Mo, 13.6. 2011 jeden Abend um 20:00
Wir zeigen den Film selbstredend im französischen Original mit Untertitel!