Yann Le Pentrec werden sowohl seine Talente als auch sein Spitzname in die Wiege gelegt, als ein riesiger Dobermann während seiner Taufe die Kirche stürmt und sich der Kleine in Folge der darauf währenden Unordnung mit der Pistole eines Gangsters in seinem Kinderwagen wiederfindet.

Jahre später führt Yann unter dem Namen „Dobermann“ ein aufregendes Leben sowie eine kriminelle Bande psychisch gestörter Gangster an, deren Hauptinteresse darin besteht, mit großer Artillerie Banken und Geldtransporter zu überfallen, wobei dann auch der ein oder andere Polizist über die Klinge springt.

Nachdem die Polizei bei der versuchten Festnahme Le Pentrecs kläglich scheitert, beschließt der von Dobermanns Ergreifung besessene Inspektor Cristini, die Bande mit seinen eigenen Methoden zu stoppen, wobei ihm alle Mittel recht sind.

So viel zum Plot. Dass dieser recht schlicht wirkt, soll die Freude an Jan Kounens Spielfilm Regiedebüt nicht schmälern, punkten hier doch in erster Linie die vielen skurrilen Figuren durch ihre extrem überzogene Charakterzeichnung: So streitet sich der stets gereizt und hyperaktiv wirkende „Moustique“ am Telefon mit seiner Ex-Frau über Unterhalts- und Vaterpflichten, während er gleichzeitig einer Geisel seine Knarre vor den Kopf hält. „Der Priester“ schließt gerne seine stoisch geführten Gebete damit ab, dass ein von ihm getöteter Polizist nun im „Himmel der Kopflosen“ verweilt. Monica Bellucci spielt ihre Rolle als taube, laszive Gespielin Dobermanns ebenso bewusst over the top, wie dieser durch Vincent Cassel als absoluter Übermotherfucker dargestellt wird, was all diese verrückten Gestalten trotz ihres amoralischen Handelns letztendlich zu Sympathieträgern macht. Tchéky Karyos Inspektor Cristini erleichtert diese Sichtweise weiterhin dadurch, dass er im fortwährenden Verlauf der Handlung weitaus zynischer und brutaler agiert als alle seine Gegenspieler zusammen – Stichwort: Baby Wurf.

Nicht von ungefähr unterstreicht die Optik des Films dieses groteske Schauspiel unter den einzelnen Figuren und hebt somit die comichafte Atmosphäre zusätzlich hervor, schließlich entstammt Kounen der Videoclip-Branche. Wer es also überdreht, brutal und skurril mag – und dabei nicht den Aspekt vergisst, dass Dobermann sich selbst nicht so ernst nimmt – der wird bei diesem Action Feuerwerk seine helle Freude haben.

Wir zeigen Dobermann zur feierlichen Einweihung unseres digitalen Projektors. Spieltermine: 15.-19. September 2011

Am 15. September als Event zur Einweihung mit Diskussion: Reden Sie mit uns, diskutieren Sie mit uns  über die Schönheit des Mediums Film, mechanisch-analog oder technotized, nachhaltiges Kino mit Zukunft oder Haifischbecken und Kulturindustrie. Wir stehen zur Verfügung!