Die junge türkische Mutter Umay flieht mit ihrem Sohn Cem vor ihrem tyrannischen Ehemann samt seiner schweigenden Familie von Istanbul nach Deutschland. Dort hofft Sie, von ihren gut integrierten Verwandten aufgenommen zu werden. Diese reagieren jedoch eher zurückhaltend bis abweisend.

Hin- und hergerissen zwischen eingefahrenen Wertesystemen und dem Wunsch nach einem Leben nach ihren eigenen Vorstellungen muss Umay – doppelt stigmatisiert als Frau türkischer Abstammung – auch von dort fliehen. Eine Alternative zwischen der durchwegs positiv dargestellten deutschen aufgeklärten Gesellschaft und der patriarchalischen türkischen Familie, zwischen Tradition und Moderne, Ost und West, scheint es nicht zu geben.

Kultur als Tatmotiv. Immer wieder erschüttern Medienberichte über sogenannte Ehrenmorde die deutsche Öffentlichkeit und erhärten die Meinung all jener, die dem Islam als Religion ohnehin kritisch gegenüberstehen.
Regisseurin Aladag bringt das heikle Sujet auf die große Leinwand und schuf ein außergewöhnlich beeindruckendes und ungemein intensives Werk, das als deutscher Beitrag ins Rennen um den Oscar für den besten nicht-englischsprachigen Film geschickt wird.

Spieltermin: Sonntag, den 30. Januar um 17. Uhr