Aus Furcht vor der Leere, die die Wunden und Probleme der Kriegs und Nachkriegsjahre offenbart, wird in der Zeit nach dem Mauerfall in Berlin wie im Fieber gebaut. In Scharen reisen berühmte Architekten an, um ihre Chance zu nutzen, sich im Stadtbild dieser geschichtsträchtigen Metropole zu verewigen.

Gemeinsam mit Bauherren, Politikern und Investoren werden Pläne entwickelt, die dann Tausende von Arbeiter in die Tat umsetzen.In Hubertus Siegerts Film wird die Kamera zur Stadtführerin durch die Straßen von Berlin. Sie nimmt den Zuschauer mit auf eine Reise durch die Hauptstadt, die sich wie kaum eine andere im ständigen Wandel befindet. Sie zeigt Berlin in der Zeit des großen Umbruchs, in der alles möglich und nichts festgeschrieben scheint. Wie nebenbei erzählt die Kamera von der Faszination des architektonischen Neuanfangs, der geheimnisvollen Verbundenheit zwischen alten Häusern, vergänglichen Baustellen und modernen Neubauten. In spektakulären Einstellungen fliegt sie über die Dächer hinweg, stürzt sich zwischen die Häuser, nur um dann in, von der Bauwut verschonten, Hinterhöfen zu verweilen.

Berlin Babylon beschreibt das Phänomen »Berlin» nach der Wende, fernab von jedem Mode und Lifestyle-Trend. Die Stadt wird dabei zur Protagonistin des Films, ihre Aura verleiht dem Film seine Besonderheit.

Spieltermin: Mi, 11. Mai 20 Uhr, Kulturzentrum am Münster

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