Im Online-Rollenspiel »Archlord« ist Ben der Größte. Zusammen mit seiner Internet-Gefährtin Scarlite tritt er souverän seinen Gegnern entgegen und meistert mühelos alle Herausforderungen und Gefahren, die ihn in der realen Welt überfordern. Denn Ben ist autistisch.

Scarlite (Laura Verlinden) und Ben (Greg Timmermans)

Scarlite (Laura Verlinden) und Ben (Greg Timmermans)

Er redet kaum, zeigt selten Gefühle und jegliche Formen von Berührungen blockt er ab. Der mühselige Alltag ist für den verschlossenen Außenseiter eine tägliche Qual. Als Autist ist er zwar intellektuell den meisten seiner Mitschüler überlegen, diese nehmen jedoch seine zwischenmenschliche Unbeholfenheit zum Anlass, ihn zum Gespött zu machen.

Während in seinem mythischen Pixeluniversum exakt definiert ist, für was man Punkte bekommt und für was nicht, kann Ben das in seiner sozialen Umwelt nicht einschätzen. Zu gern würde er die Regeln des Spiels auf sein Leben übertragen, denn nur diese versteht er. Als die Lage eskaliert, fasst Ben einen Plan: Er will mit allem Schluss machen. Da tritt plötzlich das Mädchen aus »Archlord« in sein Leben …

Mit Ben X ist Balthazar ein erstaunliches Debüt gelungen, das auf dem Montreal World Film Festival 2007 gleich mehrfach ausgezeichnet wurde. Kongenial mischt er Realität und Rollenspiel auf der Leinwand, indem er immer wieder Szenen aus dem Rollenspiel einwebt und so Spiel und Kino verknüpft, wie man es zuvor noch nie in einem Film über ein Online-Spiel gesehen hat. Anhand von Bens Autismus verarbeitet der Film eine Reihe jugendrelevanter, universeller Themen wie Entfremdung, Gruppenzwang und vor allem Mobbing und die Flucht in virtuelle Welten.

Das Zebra Kino zeigt „Ben X“ am 22. März 2011 inklusive Filmgespräch mit Christian Gust.