Arrebato

José Sirgado (Eusebio Poncela), Regisseur von kleinen B-Horrorfilmchen, verlässt mal wieder entnervt den Schnittraum. Zu Hause angekommen sieht er vor sich: mal wieder seine Ex-Freundin Ana (Cecilia Roth), auf Heroin weggeschossen, nackt in seinem Bett. Egal. In der Wohnung findet er noch ein Päckchen. Es ist von Pedro, einem flüchtigen Bekannten. Darin findet er Filmrollen von Pedros Super 8-Kamera, und eine Audiokassette, auf die Pedro mit brüchiger, aber unheimlich ver-, be-stimmter Sprache eine Nachricht für José platziert hat.

backflash Pedro, ein eigensinniger, extrem introvertierter … krampfhafte Schmerzen beim Betrachten seiner eigenen Werke … vor lauter Filmerei vergesse Pedro fast zu essen, zu reden, zu ficken … eine Kamera mit Intervallzeitgeberhe tells, on-screen … [manisch] sich selbst filmen, suche nach … endgültige und vollkommene Arrebato … die Verzückung, Verschmelzung meines [ausgezehrten] Körpers mit — broken timecode

Arrebato: ein viel zu unbekanntes, undiskutiertes Meisterstück. Es ist der zweite und gleichzeitig letzte Kinofilm von Iván Zulueta, maßgebende Inspiration für den bekannten spanischen Regisseur Pedro Almodóvar.

Zuluetas Arrebato erschafft als Ausnahmewerk erneut Fragen nach kohärenten Beziehungen und Grenzen in Ordnungsversuchen des Mediums Film, und geht noch deutlich weiter: Sieht man dem Film, sieht man hier besonders Pedro (genial: Will More) ins Gesicht, so spürt man ein nervöses Flimmern hinter der Figur des Gezeigtem, den blinden Fleck der Ordnung:

Ob nun Genres changieren, oder tatsächlich eine Melange aus den Filmgattungen Spiel- und Experimentalfilm entsteht – Fragen werden nicht nur formal und strukturell aufgeworfen, nein, sie entstehen parallel dazu und eben genau auf diese Art auch in der Narration. Man kann hier im Drift von Experimental- zu Spielfilm und des Driftens vom Experimentellen innerhalb des Spielfilms selbst eine kühne Auswirkung auf multiple Seiten des Films fühlen, die ein brachial faszinierendes Flackern erzeugt.

Deutsche Wiederveröffentlichung: 26. November  2010 bei Bildstörung

projection super 8

Pedro

Wir zeigen den Film selbstredend im spanischen Original mit Untertitel!

Spieltermine: 20. – 23. Mai 2011

Fr, 20.05. 20:00

Sa, 21.05. 22:45

So, 22.05. 20:00

Mo, 23.05. 22:45

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