»das real life ist ein scheiss spiel, aber hat eine geile grafik«. Verhaltensstörungen, Kommunikationsprobleme, schlechte schulische Noten und sogar Amokläufe sollen die Folgen von übermäßigem PC-Spielen sein. Die Thesen und Begründungen kennt man wohl gut genug. Genauso ist es für Mensch oft unbegreiflich, mit wie viel Leidenschaft sich manche Jugendliche und teilweise auch Erwachsene dem Gamen hingeben. Computerspielen soll aber andererseits auch das räumliche Vorstellungsvermögen und die Geschicklichkeit fördern, so wie in Multiplayer-Spielen das Teamdenken.

Fernab von diesem Diskurs, zwischen alten Coladosen, heruntergelassenem Rollladen und halb gegessener Pizza beginnt der Protagonist, ein jugendlicher Gamer, seinen Tag am Cockpit seiner Windows XP. Der Kurzfilm A Gamer’s Day, in dem kein Wort gesprochen wird, begleitet ihn auf seinem alltäglichen Kampf gegen Strapazen wie cheatende Gegner in Counter-Strike, aber vor allem störende »real life Fanatiker« wie Freunde, Freundin und natürlich seine Familie.

Wie kein Film davor und danach fängt A Gamer’s Day ein, wie Computerspiele die Wahrnehmung einnehmen können und per Immersion auf den Rezipienten wirken. Gerade im Verzicht auf Dialoge, Biographie und Psychologisierung, dafür aber mit vielen kleinen Anspielungen auf die Nerd-Kultur zeigt sich die Stärke des Filmes, der ohne auf Klischees herumzureiten einen Blick auf den Alltag eines Gamers zeigt. Nicht umsonst hat sich A Gamer’s Day in kurzer Zeit einen Kultstatus erspielt.

Spieltermin: Di, 10. Mai 20:00

 

An dieser Stelle noch ein Hinweis auf das aktuelle Projekt von Daniel P. Schenk, Unnatural: Der Film ist zurzeit in der Produktion und die Schritte von der ersten Idee bis zum fertigen Film kann man online mitverfolgen. Mehr Informationen dazu unter www.unnatural-movie.com.