Die Vogelperspektive zeigt Utahs zerklüftete, rot schimmernde Canyonlandschaft. Meilenweit nichts außer unwirklichen Felsformationen und karger, menschenfeindlicher Natur. Keine Spur von Zivilisation und Hektik. Das ist das Eldorado eines jeden Outdoor-Sportlers. Ungebundenheit, Einsamkeit, Freiheit. Der Mensch ist eins mit der Natur, bezwingt sie und stößt an seine Grenzen, so auch Aron Ralston. 127 Hours ist die Verfilmung seiner Autobiographie: Die Geschichte eines Bergsteigers und Individualisten, der das Risiko liebt und das Extreme sucht und findet.
Bei einer Klettertour im entlegenen Blue John Canyon stürzt er in eine Felsspalte und klemmt sich den Arm zwischen einem herunterfallenden Felsbrocken und der Canyonwand ein. Eine Befreiung scheint unmöglich – die Optionen sind rar und allesamt nicht besonders erfolgversprechend. Keine Menschenseele weit und breit, niemand weiß wo Aron ist und der Felsbrocken lässt sich einfach nicht klein kriegen. Plötzlich ist alles auf engsten Raum begrenzt. Die Situation ist absurd und ausweglos zugleich. Ausgestattet mit kaum Proviant, viel zu wenig Wasser und einem Camcorder hat Aron nun die Möglichkeit, die Konfrontation mit der Endlichkeit der eigenen Existenz und die Erkenntnis bereits mit einem Bein (oder einem Arm) im eigens geschaufelten Grab zu stehen, digital festzuhalten.
Erzählt wird in Danny Boyles (Slumdog Millionaire, The Beach, Trainspotting) gewohnter Manier – bildgewaltig und farbintensiv. Utahs surreale Canyons bieten sich hierfür bestens an. 127 Hours ist eine James Franco One-Man-Show, die nur durch von Isolation und Dehydration hervorgerufenen Halluzinationen unterbrochen wird: Der Mensch gegen die Natur – und sich selbst.
Spieltermin: Freitag, 19. August / Pfalzgarten
Das Zebra Kino zeigt 127 Hours in Kooperation mit dem Kulturamt der Stadt Konstanz zum Jahresmotto „Raum“