Pontypool – Radio Zombie

Pontypool ist eine kleine Stadt südlich von Ontario und diese wiederum ist namensgebend für einen Horrorfilm, der zu den wenigen gehört, die nicht einfach das Genre durch eine weitere Kopie einer alten Idee belasten, sondern neues Leben in die lange Reihe zombieesker Ästhetik hauchen.
Im Mittelpunkt der Szenerie steht Grant Mazzy, schrulliger Moderator eines kleinen Radiosenders. Er arbeitet in einer bizarren Welt, gefüllt voller sinnloser Anekdoten und langweiliger Geschichten, ein Leben, das durchaus Zynismus fördert. Es ist noch früh am Morgen, als urplötzlich merkwürdige Funksprüche eingehen, etwas stimmt ganz und gar nicht in dem verschlafenen Nest: Gewalt, Mord und ein rasende Menschenmenge. Nur was davon passiert wirklich und was ist bloße Falschmeldung oder gar ein Scherz?

Die große Leistung von Pontypool liegt auf den Schultern der Schauspieler und dem minimierten Setting: Alles, was geschieht, spielt sich in den Räumlichkeiten des Senders ab und die Kamera zeigt dies – dem Medium Radio getreu –, ohne externe Bilder zu verwenden. Die Stimmen und der Ton alleine sorgen für genügend Gänsehaut. Die Fassungslosigkeit der Figuren gleicht der des Zuschauers. Zwar ist die Außenwelt nur ein Fußbreit entfernt, bleibt jedoch merkwürdig distanziert. Aber diese Abschottung rettet nicht, etwas schleicht sich ein: Ein gefährliches Virus geht umher und dieses unterscheidet sich deutlich von allen bisher verfilmten Infektionen.

Schlussendlich wird jedes einzelne Wort zur Gefahr und darin liegt das kalkulierte Experiment des Filmes: Zum einen wird der Zuschauer radikal um seine sonst bevorzugte Übersicht beraubt, wodurch er auf die gleiche Ratlosigkeit wie die Protagonisten zurückgeworfen wird. Zum anderen präsentiert sich eine Angst, die nicht nur im Film stattfindet, sondern über den Film hinaus Wirkung zeigt. Dabei fungiert das Radio als doppelte Schnittstelle: Es stellt Kommunikation zwischen Innen und Außenwelt dar, sichert damit die externe Realität ab, und gleichsam ist es Bote von Chaos und Verwüstung. Um Grant Mazzy zu zitieren: „Kill is kiss. Kill is kiss.“