Plan B

Seit einiger Zeit sind sogenannte bromances, also verdächtig enge Männerfreundschaften, die haarscharf an der Liebesbeziehung vorbeischrappen, gern und oft gesehenes Thema im Hollywood wie im Independent-Kino – beispielsweise in Forgetting Sarah Marshall, Humpday, I love you, Man, Clerks etc.
Plan B geht einen Schritt weiter, denn er erzählt die Geschichte zweier Heteros, die sich ineinander verlieben. Als Bruno von seiner Freundin Laura für den schüchternen Pablo verlassen wird, schmiedet er einen auf den ersten Blick völlig abwegigen Racheplan: er freundet sich mit Pablo, der angeblich bisexuell ist, an und versucht ihn zu verführen, um dadurch die Beziehung zu sabotieren. Womit er nicht gerechnet hat, sind seine eigenen, überraschend heteroflexiblen Gefühle.
Der Kunstgriff des Films ist die hohe Authenzitität, mit der er seine simple Geschichte erzählt. Das überaus realistische Spiel der Hauptdarsteller Manuel Vignau und Lucas Ferraro, die wie improvisiert wirkenden Dialoge, das stets nachvollziehbare, langsame Akzeptieren der ungewohnten gleichgeschlechtlichen Zuneigung machen Plan B zu einem der schönsten Liebesfilme der letzten Zeit. Und natürlich ist er meilenweit von der piefigen Homo-Panik der oben genannten Beispiele entfernt, die in Zeiten des post-gay und Metrosexualität nur noch gestrig wirkt.

Wir zeigen Plan B u.a. anlässlich der CSD-Party am 11.09.2010!