Yu hat ein etwas ungewöhnliches Hobby. Er fotografiert Frauen gern unter den Rock. Und diese Perversion weiß er zu einer äußerst anschaulichen Kung-Fu-Kunst-Sportart auszubauen, so dass sie schnell begeisterte Anhänger bei ihm in der Schule findet.
Wer jetzt glaubt, Yu sei verrückt, liegt falsch. Denn Yu geht es eigentlich nicht um Strings oder Hotpants, sondern um die Zuneigung seines streng gläubigen Vaters, der ihn nur während der Beichte die Aufmerksamkeit schenkt, nach der sein Sohn sich sehnt. Und da Yu bald herausfindet, dass Sünden ihm diese Aufmerksamkeit verschaffen, reizt Yu den Sündenkatalog kreativ aus.
Außerdem befindet sich Yu in einer wichtigen Phase des Erwachsenwerdens auf der Suche nach der einen großen Liebe, die ihm seine verstorbene Mutter als Kind prophezeit hatte. Und eines Tages trifft Yu sie. Die Eine. Wie die Mutter Gottes sollte sie sein. Yoko ist schlagfertig, auch im wörtlichen Sinne, und hat es dem schüchternen Yu gleich angetan. Doch die Dinge werden kompliziert als sich herausstellt, dass Yoko die Tochter von der neuen Freundin seines Vaters ist und von nun an bei Yu wohnt.
Und wer jetzt mit einer Teenie-Komödie rechnet, liegt erneut falsch. Denn als ob das Liebeschaos nicht schon genug Stoff für einen Film hergäbe, kidnappt eine Sekte Yus Familie, um sie gewaltsam zu missionieren. Und Yu zieht aus, sie zu retten. Die facettenreiche Geschichte wird in einer alles mitreißenden Verschmelzung aus Komödie und Tragödie, Horror- und Roadmovie, Kung-Fu- und Liebesfilm mit einer Prise Surrealismus und Musikvideo in unglaublichen 237 Minuten auf die Leinwand geworfen. Und das mit einer unglaublichen Dynamik, die die Minuten wie Sekunden vergehen lässt.
Quasi eine cineastische Wundertüte mit japanischem Charme vom Ausnahmetalent Sion Sono. International gefeiert. Virtuos. Im Zebra. Wo sonst?