Lønsj

Der Flügelschlag eines Schmetterlings kann auf der anderen Seite der Erde einen Orkan auslösen, heißt es. Ganz so drastisch sind die Folgen nicht, die ein bisschen Möwenscheiße im Debutfilm von Eva Sorhaug auf die Leben ihrer drei Protagonisten hat – und im Detail gleichzeitig doch viel verheerender.

Protagonisten mag man die Akteure in diesem Ensembledrama aber auch gar nicht nennen, sind sie doch so voller menschlicher Unzulänglichkeiten, dass es einem regelrecht widerstrebt, sich mit diesen Charakteren in irgendeiner Weise zu identifizieren. Hier wird dem Zuschauer ein Stück bitterste Realität zum kalten Verzehr serviert, das er wohl oder übel schlucken muss.

Letztlich lassen die drei Episoden den Zuschauer auch eher mit Magenschmerzen denn einem wohligen Völlegefühl zurück – doch genau in dieser Schwäche liegt auch die Stärke des Films: Es sind gerade die negativen Momente zerwühlender Beklemmnis, die einen unweigerlich in den Bann ziehen und derer man sich nur schwer zu erwehren vermag. Der Fatalismus menschlicher Existenzen wurde von der jungen Sorhaug einzigartig in Szene gesetzt. Ihr ist ein intensives Drama gelungen und ein stilistisches Unikat, stark besetzt und mit Nachgeschmack.