Jooseps Tag verläuft in geregelten Bahnen. Mobbing, Psychoterror und Hänseleien stehen bei ihm auf der Tagesordnung, denn Anders, der Anführer der Klasse, demütigt und schikaniert Joosep wo er nur kann.
Einzig Kaspar, der eigentlich bestens in die Klasse integriert und mit der schönen Thea zusammen ist, verteidigt ihn. „Das ist eine Frage der Ehre“, findet er. Dies wertet die Klasse allerdings als Verrat und quält von nun an beide Mitschüler. Langsam gerät auch Kaspar ins Abseits. Seine Freundin wendet sich von ihm ab. Die Versuche der Lehrer, den offensichtlichen Erniedrigungen Einhalt zu gebieten, scheitern an der Unfähigkeit von Joosep und Kaspar, über die erlittenen Missetaten zu sprechen. Vor allem ist ihr Scheitern auch in dem Verhalten der anderen, eher passiveren Mitschüler zu suchen, die zuerst wegschauen, dann aber letztlich mitmachen.
Eine letzte Demütigung bringt das Fass zum Überlaufen. Über Umwege besorgen sich die beiden den Schlüssel zum Waffenschrank von Jooseps Vater. Regisseur Ilmar Raag zeichnet eine eindringliche und direkte Fallstudie über die Entstehung von Gewalt an Schulen, doch vor allem auf deren Entwicklung innerhalb einer Gruppe von Jugendlichen; also genau dort, wo sich Persönlichkeiten und Identitäten erst kristallisieren.
Der Film, dessen Handlung sich auf sieben Tage verdichtet, schockiert hierbei durch seine rohe Kameraästhetik, seine schonungslose Intensität und den radikalen Versuch, Amokläufer und Opfer als eins darzustellen.