Der Schotte Ferguson strandet mit einem defekten Wohnmobil in einem asturischen Dorf. Als Schreiber von Touristenführern ist er immer unterwegs und nicht glücklich über den Zwangsaufenthalt in der ländlichen Idylle. Das Erste was ihm widerfährt, ist die ungewollte Anwesenheit bei der Geburt eines Kalbes, dem der Name „Kyoto“ verliehen wird. Kyoto? Ganz richtig, so wie das Umweltprotokoll.

Allmählich kapiert Ferguson, dass das Dorf doch nicht so idyllisch ist, wie es scheint. Ein Kohlekraftwerk verschmutzt seit 40 Jahren mit seinem Feinstaub das Tal, bringt den Menschen Atembeschwerden und den Gemüsebauern schlechte Ernten. Der Bauer Federico (Celso Bugallo – Das Meer in mir) kämpft seit 30 Jahren als einziger vehement und mit Fantasie gegen die überalterte Dreckschleuder. Seine Impertinenz hat ihm im Dorf nicht nur Freunde gemacht; die eine Hälfte bewundert den „Don Quichote“, die andere Hälfte lebt vom Kraftwerk und spricht nicht mehr mit ihm.

Federicos ganze Hoffnung liegt im Kyoto-Protokoll, in dem angeblich zugesichert wird, dass alle alten Kohlekraftwerke abgeschaltet werden. Als dann Liste der abzuschaltenden Werke erscheint, fehlt allerdings genau dieses. Mit Fergusons Unterstützung, der es der Liebe wegen gar nicht mehr eilig hat, aus dem Dorf wegzukommen, geht es dann richtig los – und eines Tages steht das Kraftwerk still …. Wirklich?

Der asturische Regisseur José Antonio Quiros zeigt in seinem Debutfilm, wie sich eine Dorfgemeinschaft zankt und liebt, erzählt mit einem Insiderblick von ihrem ganz normalen Leben, betont das Komische ohne das Ernsthafte zu verleugnen. Ihn interessieren die originellen Charaktere, die entstehenden und kriselnden Beziehungen der Menschen untereinander.

Die „Öko-Komödie“ erzählt auch vom Kampf für eine lebenswerte Umwelt und dem Kampf gegen die Ignoranz der Bürokraten. „Federicos Kirschen“ ist mit Unterstützung von Greenpeace entstanden, Quiros hat dafür den „Earth Grand Prix“ beim „Tokio International Filmfestival“ erhalten.

Spieltermin: Samstag, 26. Juni / Palmenhauspark.
Wir zeigen den Film in Kooperation mit dem BUND anlässlich des BUND-Umweltfestes.