Die hübsche Marie zieht vom Land zu der zurückhaltenden Emma nach Lyon, um am Konservatorium Klavier zu studieren. Bei den beiden Schulfreundinnen hat sich jedoch im Laufe der Zeit einiges verändert. Emmas reservierte Art wirkt nicht mehr schüchtern, sondern selbstsicher; ihre schulterfreie, luftige Kleidung und die hoch gesteckten Haaren haben etwas anziehend Weibliches. Marie ist überrascht und fasziniert.
Irgendetwas ist anders an Emma. Die beiden jungen Frauen ziehen sich an und das Zusammenleben bringt sie einander näher. So behutsam wie Maries Hände die Tasten des Klaviers beim Üben berühren, so behutsam gleiten Emmas Hände über Maries Haut. Doch trotz der vorsichtigen, gefühlvollen Annäherung stößt Marie an ihre Grenzen. Kann sie eine Frau lieben? Sie verliert die Kontrolle in ihrem Studium und den Boden unter den Füßen. Je mehr Emma sich in Marie verliert, desto kälter und verletzender wird Marie Emma gegenüber. Der Kampf zwischen Anziehung und Abstoßung ist spürbar und lässt eine Katastrophe erahnen.
Das Regiedebüt von Sophie Laloy wird als Psychothriller à la française bezeichnet und beeindruckt nicht nur durch die schauspielerische Leistung der beiden Hauptdarstellerinnen, sondern auch die Intensität der bedrückenden Situation.