Leid und Schmerz einer Generation versiegen nicht, sondern leben, übertragen durch die Muttermilch, in den Kindern weiter – so erzählt es ein alter peruanischer Mythos. So ist auch Fausta (Magaly Solier) erfüllt von Angst durch das »Erbe« ihrer Mutter, die während der terroristischen Kämpfe in Peru misshandelt, erniedrigt und vergewaltigt wurde – so wie viele andere Frauen. Fausta ist ein Vergewaltigungskind und lebt mit diesem Wissen in ihrer eigenen Welt. La teta asustada – der Kopf angsterfüllt. Trost sucht sie in indianischen Volksliedern.
Nach dem Tod ihrer Mutter reist Fausta nach Lima und nimmt dort bei einer Pianistin die Stelle eines Hausmädchens an, um die Beerdigung zahlen zu können. Die reiche Musikerin bietet ihr für jedes gesungene Volkslied die Perle einer wundervollen Kette, mit der sie die Beerdigung bezahlen kann. Doch die Rechnung geht nicht so auf wie geplant. Doch Faustas Vergangenheit kennt niemand und so beginnt für sie eine Reise aus der Furcht in die Freiheit und zu sich selbst.
Voller Leichtigkeit und Eindringlichkeit portraitiert Claudia Llosa eine junge Frau in den
1980er Jahren, die versucht sich von ihrer Vergangenheit und ihrem verborgenen Schmerz zu lösen und gewährt tiefe Einblicke in ihre Seele, voller stiller Wut und Verstörung. Dabei nimmt die Regisseurin den Zuschauer mit auf eine hypnotisierende Reise in ein Land voller Mythen und erzählt mit ihrem eigenen Humor vom Alltag der Indigenen. Peru hatte zum ersten Mal bei den Internationalen Filmfestspielen der Berlinale 2009 teilgenommen und gewann auf Anhieb den Goldenen Bären, den Hauptpreis.