Dostojewskis Klassiker „???????????? ? ????????? (Prestuplenie i nakazanie)“ wurde im Deutschen, anders als in diversen europäischen Sprachen, fälschlicherweise als „Schuld und Sühne“ übersetzt. Als Swetlana Geier sich die Übersetzung von Dostojewskis Werk zur Aufgabe machte, erkannte sie als Muttersprachlerin die feinen Unterschiede und hatte sogar den Mut, die altbekannten Titel neu zu formulieren. So wurde zum Beispiel aus „Schuld und Sühne“ „Verbrechen und Strafe“, „Die Dämonen“ betitelte Geier als „Böse Geister“.
Die „Fünf Elefanten“ sind die fünf großen Romane von Fjodor Dostojewski. Die in Freiburg lebende 86-jährige ist Lektorin am Slawischen Seminar der Universität Karlsruhe und klärt die deutsche Leserschaft über kleine und große Missverständnisse bei der Übersetzung der russischen Literatur auf. Sie ist eine anerkannte Koryphäe auf diesem Gebiet.

Swetlana Geier wurde 1923 in der Ukraine geboren. Nach einigen schweren Schicksalsschlägen durch das Stalin- und später Hitlerregime kam sie nach Deutschland und bekam durch eine Begabtenprüfung ein Humboldt-Stipendium. So studierte sie Literatur- und vergleichende Sprachwissenschaften an der Universität Freiburg und schloss ihr Studium erfolgreich ab.

Vadim Jendreyko zeichnet in seiner Dokumentation sensibel und rührend das beeindruckende Leben von Swetlana Geier nach, besucht mit ihr zusammen entscheidende Stätten ihrer Vergangenheit und begleitet sie im Alltag. Durch einige intime Momente, beim Kochen etwa, wird dem Zuschauer bewusst, dass Sprache und Literatur das ganze Denkuniversum dieser Frau bestimmen. So teilt sie dem Publikum mit, wie Raskolnikow, einer der Protagonisten bei Dostojewski, über die Politik von Bush oder Putin denkt. Die Frau mit den fünf Elefanten ist das Spiegelbild eines strebenden, talentierten Menschen im letzten Jahrhundert unter Berücksichtigung historischer Ereignisse und ein Kniefall vor der Sprache als solcher.

Der Film bekam 2010 den Schweizer Filmpreis als „Bester Dokumentarfilm“ und wurde für den Deutschen Filmpreis 2010 in der Kategorie „Programmfüllende Dokumentarfilme“ nominiert.