Was wollte er nicht alles Neues schaffen, seinen Ideen freien Lauf lassen und sie in Bau und Projekte umsetzen? Doch die Realität sah dann leider etwas anders aus. Von Karriere mag der 38-jährige Daniel Brenner jedenfalls nicht sprechen. Fällt auch schwer – versteht sich, wenn es außer Buswartehäuschen nichts zu projektieren gibt. Doch das Schicksal scheint sich zu wenden, als Daniel durch Unterstützung seines ehemaligen Professors den wunderschönen Auftrag bekommt, in Berlin für das Neubaugebiet Marzahn ein gesellschaftliches Zentrum zu kreieren. Zusammen mit einer Truppe, die er sich selbst zusammenstellt, entwirft er eine menschenfreundliche Gegend. Und zwar mit allem, was dazu gehört, um sich wohl zu fühlen: ein vietnamesisches Restaurant, eine Eisdiele, natürlich ein Kino, begrünte Dächer und ein harmonisches Zusammenspiel von Natur und Kunst. Doch der prächtigste Entwurf bleibt das, was er ist: ein Entwurf. Da hilft auch das siebenköpfige Team voller leidenschaftlicher Jungarchitekten nichts.
Die staatlich vorgeschriebene Gleichförmigkeit und Monotonie beeinflusst dummerweise nicht nur das Bauwesen, sondern auch Daniels Privatleben. Zu spät erkennt er, wie sehr seine Frau Wanda unter dem stets erdrückenden Alltag leidet. Sie verlässt mit Tochter Johanna die DDR.

Die Architekten

DDR 1990; 102 Min.; Regie: Peter Kahane; Buch: Thomas Knauf ; Mit: Kurt Nauma nn, Rita Feldme ier , Uta Eiso ld u.a.; FSK: O.A.

Wir zeigen Peter Kahanes berührendes Dokument über den Zerfall des sozialistischen Systems im Rahmen der Ausstellung »platz da. Animiertes verschwinden«. Es handelt sich dabei um eine Ausstellung von Friedrich Ludmann, die vom 3.12.10 bis zum 30.1.11 im Gewölbekeller des Kulturzentrums am Münster in Konstanz stattfindet. Die Kunstausstellung beschäftigt sich in Form einer Videoinstallation und Fotografien mit der subjektiven Wahrnehmung von Architektur.

Am 3. Dezember steht uns Friedrich Ludmann Rede und Antwort und bietet eine Einführung in den Film an.